bmzBerlin. - Anlässlich des zweiten Zukunftsforums "Globalisierung gerecht gestalten" im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag eine neue Initiative für mehr Investitionen in und Handel mit Afrika vorgestellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Entwicklungsministerium (BMZ) wollen mit der Initiative dazu beitragen, dass mehr deutsche und afrikanische Unternehmen in afrikanischen Staaten nachhaltig wirtschaftlich aktiv sind. Das schaffe Arbeitsplätze, Lebens- und Bleibeperspektiven vor Ort.

"Afrika ist ein Chancenkontinent", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller. "Die deutsche Wirtschaft ist noch zu zurückhaltend mit Investitionen, deshalb möchten wir sie motivieren, stärker in Afrika zu investieren. Dazu gehört auch, dass wir die Investitionsbedingungen verbessern helfen und Risiken absichern. Jobs schaffen Lebensperspektiven für die Menschen vor Ort und wer eine Perspektive hat, der bleibt in seiner Heimat."

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte, der Investitionsbedarf afrikanischer Staaten sei enorm. "Technik und Know-how 'Made in Germany' sind besonders gefragt. Das bietet wichtige Chancen für beide Seiten sowohl für deutsche Unternehmen, aber natürlich auch für die Wirtschaft der afrikanischen Staaten. Daher wollen wir hier die Investitionsbedingungen weiter verbessern. Die Öffnung unserer Deckungspolitik für zahlreiche Länder Subsahara-Afrikas Ende 2014 war hierfür ein erster wichtiger Schritt."

Mit der Initiative soll laut BMZ der Handel in beide Richtungen und damit auch die Wirtschaft in den afrikanischen Partnerländern gestärkt werden. Unternehmensgründungen (Start-ups) in afrikanischen Ländern würden durch die Initiative mit Beratung und Training zu Geschäftsmodellen, durch innovative Gründerzentren und Zugang zu Finanzierungen ganz konkret unterstützt. Die Initiative umfasse neben Informationsangeboten für deutsche Unternehmen auch Finanzierungsinstrumente in Zusammenarbeit mit Banken, Exportkredit- und Investitionsgarantien des Bundes.

BMZ und BMWi wollen Vorschläge zur Risikominderung für investitionsbereite Unternehmen vorlegen (z. B. Finanzierung von Machbarkeitsstudien für die Frühphase der Projektentwicklung). Zukünftig werde das Netz der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) entsprechend dem wirtschaftlichen Bedarf in den Gastländern weiter ausgebaut. Fachpersonal (ExperTS) ergänze das System gezielt. Das AHK-Netz werde zusätzlich Unternehmen vor Ort bei der praktischen Umsetzung der dualen Ausbildung beraten. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen für den Handel mit Afrika und auf EU-Ebene verbessert werden. Trotz privilegierter Handelsbedingungen gebe es auf dem Weltmarkt kaum produzierte Güter aus Afrika südlich der Sahara.

In Afrika sind nach Angaben deutscher Wirtschaftsverbände nur rund 1.000 deutsche Unternehmen mit Investitionen aktiv. Ungenügende Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln, schlechte Regierungsführung, mangelnde Sicherheit, Korruption und überbordende Bürokratie seien Gründe dafür, warum deutsche Unternehmen nicht investieren. Angesichts der Chancen, die viele der 54 afrikanischen Länder bieten, so das BMZ, sollen deutsche Unternehmen in Afrika unterstützt werden. Die Hälfte der Menschen sei jünger als 25 Jahre. Bis zum Jahr 2050 werde eine Verdopplung der Bevölkerung auf rund 2,4 Milliarden Menschen erwartet.

Quelle: www.bmz.de 


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