worldvisionFriedrichsdorf. - Am 26. und 27. Mai findet in Italien das Gipfeltreffen der G7 statt. Angesichts der 20 Millionen Menschen, die in Afrika akut von Hunger bedroht sind, hat die Hilfsorganisation World Vision die Staats- und Regierungschefs der sieben reichsten Industrienationen dazu aufgerufen, ihre Versprechungen vom UN-Gipfel 2015 in New York umzusetzen und dafür zu sorgen, dass niemand mehr hungern muss.

In Ostafrika seien mehr als 20 Millionen Menschen schwer unter- und mangelernährt, erklärte World Vision. Auch in den Ländern rund um den Tschadsee hätten Millionen Menschen aufgrund von Dürren und der anhaltenden Kämpfe in Nigeria nicht genug zu essen. "Angesichts dieser Tragödie darf der G7 Gipfel nicht mit Bla Bla zu Ende gehen", sagte Marwin Meier, Gesundheitsexperte der Hilfsorganisation. "Vorwarnungen für die Katastrophe gab es mehr als genug." World Vision fordert daher dringend schnelle Hilfe für die besonders betroffenen Länder und um Hunderttausende Menschen, insbesondere Kinder vor dem Hungertod zu retten.

Die Versprechungen der G7, die vor zwei Jahren im deutschen Elmau gemacht wurden, müssten eingehalten und mehr Mittel für die Versorgung mit dringend benötigter Nahrung bereitgestellt werden, forderte World Vision. "Dort wurde versprochen, in den nächsten 15 Jahren 500 Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung zu befreien. Bisher ist aber nur sehr wenig gemeinsame Aktion sichtbar."

Der Fokus der sieben reichsten Wirtschaftsländer müsse dabei auf den Ärmsten der Armen und Bedürftigsten liegen. "Kinder in den ersten 1000 Tagen benötigen besondere Aufmerksamkeit, da Versäumnisse in dieser Zeit ein Leben lang nachwirken und nicht mehr zu reparieren sind", so Meier. "Besondere Aufmerksamkeit muss den vier afrikanischen Ländern gewidmet werden, in denen HEUTE Millionen Kinder von akutem Hunger bedroht sind."

"Es darf nicht nur bei Versprechungen bleiben", betonte Meier. "Als Italien in 2009 das letzte Mal den G7-Gipfel leitete, wurden 22 Milliarden Dollar für die Ernährungssicherung mobilisiert. Angesichts einer ganz konkreten Hungerkrise erwarten wir dieses Mal natürlich mehr Mittel!"

Auch in Bezug auf den Krieg in Syrien, der bereits in sein siebtes Jahr geht, ist aus der Sicht von World Vision umgehendes Handeln geboten. "Die G7 Staatschefs müssen diesem grausamen Krieg endlich ein Ende setzen und eine politische Lösung vorantreiben", sagte Meier. "Alle Kriegsparteien sollten wissen, dass sie für Gräueltaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden." Für Flüchtlinge und Vertriebene sowie deren Gastländer müsse es ausreichend Unterstützung geben.

World Vision ist zutiefst besorgt, da viele Menschen in diesem Konflikt nicht mit Hilfsmaßnahmen erreicht werden können. Der Zugang zu Geflüchteten müsse für internationale Hilfsorganisationen gewährleistet werden. Auch für den Wiederaufbau nach Kriegsende müssten genügend Ressourcen bereitgestellt werden.

"Die G7 Teilnehmer dürfen es angesichts der vielfältigen, weltweiten Herausforderungen nicht nur bei leeren Wortphrasen belassen", so Marwin Meier. "Wenn Menschen keine Zukunft für sich und ihre Kinder sehen, werden sie ihre Heimat verlassen oder sich möglicherweise gewaltsam holen, was ihnen zusteht."

Quelle: www.worldvision.de 


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