FIANBerlin (epo). - Die philippinische Regierung soll die Landreform beschleunigen und Bauernfamilien vor gewaltsamer Vertreibung schützen. Das fordert die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN anlässlich des internationalen Tages der Landlosen am 17. April, an dem Kleinbauern jedes Jahr weltweit für ihr Recht auf Nahrung und andere Rechte auf die Straße gehen. Der deutschen Bundesregierung wirft FIAN vor, sich nicht mehr für das Schicksal der Landlosen zu interessieren.

Mit einer OpenAir-Filmvorführung vor der philippinischen Botschaft und einer internationalen Briefkampagne fordert FIAN die philippinische Regierung zum 17. April auf, die Landreform zu beschleunigen und die Bauernfamilien vor Gewaltakten zu schützen. Seit nunmehr zehn Jahren forderten Pächterfamilien auf der philippinischen Halbinsel Bondoc die Umverteilung des Großgrundbesitzes der Familie Uy im Rahmen des Landreformprogramms CARP, so FIAN. Bislang sei dies ohne Erfolg. Stattdessen seienh die Bauern Opfer vielfacher Menschenrechtsverletzungen geworden. "Einschüchterung, Vertreibung, die Zerstörung von Ernten und physische Gewalt sind an der Tagesordnung. Vier Bauernführer der Region wurden sogar ermordet", erklärte Yifang Tang von FIAN International.

Die mutmaßlichen Täter vermutet FIAN unter den Sicherheitskräften der Großgrundbesitzer und Mitgliedern der maoistischen Guerillaorganisation New Peoples Army (NPA), die offenbar ein strategisches Bündnis mit den lokalen Eliten geschlossen hätten. "200 Familien leiden Hunger, weil sie 60 Prozent ihrer Ernte an den Großgrundbesitzer abtreten müssen. Die Regierung muss ihnen ohne Verzögerung das Land übertragen, das ihnen gesetzlich zusteht, und sie vor gewalttätigen Übergriffen schützen", forderte Tang.

In einer Protestaktion vor der philippinischen Botschaft will FIAN den Dokumentarfilm "Bodenbesitzen. Stimmen von Philippinischen Kokosbauern" von der Hamburger Gruppe "Bondoc-Solidarity" vorführen, der den Kampf der Bauernfamilien um Land in der Region beschreibt.

Zugleich kritisiert FIAN das "abnehmende Engagement der Bundesregierung für die Landlosen". Bis 2003 hatte die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) die PächterInnen in Bondoc darin unterstützt, ihre rechtlichen Ansprüche auf Land geltend zu machen. Aufgrund von Budgetkürzungen philipphabe sie diese Unterstützung allerdings komplett eingestellt, ohne Schutzmaßnahmen für die ehemaligen Begünstigten zu ergreifen. "Dieser Rückzug spiegelt das seit Jahren sinkende Engagement des deutschen Entwicklungsministeriums (BMZ) für die ländliche Entwicklung wider", so Armin Paasch, Agrarreferent bei FIAN Deutschland. Das Budget für diesen Bereich sei in der gesamten bilateralen Entwicklungszusammenarbeit seit 1998 halbiert worden.

"Auch einer neuen Initiative der Welternährungsorganisation FAO zur Förderung von Agrarreformen steht das BMZ gleichgültig bis ablehnend gegenüber", sagte Paasch. "Zehn Jahre nach dem Welternährungsgipfel von Rom und angesichts steigender Hungerzahlen ist es höchste Zeit für einen Kurswechsel in der Hungerbekämpfung. Ohne umverteilende Agrarreformen wird das Recht auf Nahrung Rhetorik bleiben."

IAN Deutschland


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