epo Dokumentation:

Die 24 Teams der "Straßenfußball-WM 2006"

(Die Teams aus Ghana und Nigeria konnten wegen verweigerter Visa nicht teilnehmen)

1. Defensores del Chaco, Buenos Aires (Argentinien)

Im Armenvorort Chaco Chico gründete der frühere argentinische Profi Fabi?n Ferraro 1994 das Projekt "Defensores del Chaco" und rief eine Straßenfußball-Liga ins Leben. Heute besuchen rund 1200 Kinder und Jugendliche das inzwischen entstandene Kulturzentrum, um Fußball zu spielen oder Theater- und Musikkurse zu besuchen.

2. Street League, London (England)

Obdachlose und ehemalige Drogenabhängige kicken seit 2001 in der Street League. In England zählt die Straßenfußball-Liga rund 40 Teams, derzeit wird das Konzept nach Schottland und in die Türkei exportiert. Punkte gibt?s auch für Trainingsfleiß und Disziplin. Die können dann für Kleidung, Ausbildungs- oder Computerkurse eingelöst werden.

3. Mathare Youth Sports Association (MYSA), Nairobi (Kenia)

Voller Einsatz beim Müll sammeln, Straßen fegen und Abwasserkanäle bauen: Beim erfolgreichsten Fußballprojekt Afrikas zählen nicht nur Tore, sondern auch der Einsatz für die Umwelt. Junge Kenianer aus 16 Slums nehmen an den Programmen teil, das Projekt war 2003 und 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert. Neben Fußball gibt es auch Schiedsrichter- und Trainerkurse, Bildungs- und Kulturangebote.

4. Peres Center for Peace, Tel Aviv (Israel/Palästina)

Israeli und Palästinenser kämpfen gemeinsam um den Ball statt gegeneinander um Land und Religion. Das Peres Center for Peace, 1996 von Friedensnobelpreisträger Shimon Peres gegründet, will über Sport, Kultur und Bildung zur Versöhnung beitragen. Das israelisch-palästinensische "Peace Team" spielt erfolgreich in der ersten israelischen Futsal-Liga.

5. Soccer in the Streets, Atlanta (USA)

"Keine Drogen. Kein Verbrechen. Nur Fußball" ist der Leitsatz des Projekts, das sich vor allem an Hispano- und Afroamerikaner richtet. 1989 im US-Bundesstaat Georgia gegründet, gibt es heute Projekte in 22 Städten. Kernelemente sind die "Street-Box" (wetterfeste Kleinfeldplätze) und der "Soccer-Bus" mit Informationen und Lernangeboten, wobei Fußball und Bildung verknüpft werden.

6. Diambars, Dakar (Senegal)

Thierry Henry, Patrick Vieira oder Bernard Lama - in der Fußball-Akademie Diambars in Senegal werden die jungen Schüler von aktuellen oder ehemaligen Stars gecoacht und unterstützt. Die Profis gründeten das Projekt, um obdachlosen Kindern oder Waisen eine Schulausbildung zu ermöglichen und ihr Fußball-Talent zu fördern.

7. Learn & Play: Street Football Future, Kabul (Afghanistan)

Nach Jahren der Unterdrückung dürfen die afghanischen Jugendlichen wieder Spaß am Kicken haben. Der FIFA-Entwicklungscoach Holger Obermann und der ehemalige afghanische Nationalspieler Ali Askar Lali starteten 2003 das Projekt als Schritt in eine friedliche Zukunft. 800 Jungen und Mädchen sind bereits dabei. Im Angebot sind auch Computer- und Englischkurse.

8. Football pour la Paix, Kigali (Ruanda)

"Esp?rance" (Hoffnung) steht über dem Projekt in der ehemaligen Bürgerkriegsregion im Herzen Afrikas. Es zeigt Wege zur Versöhnung zwischen Hutu und Tutsi gut zehn Jahre nach dem Völkermord in Ruanda. Jungen und Mädchen kicken gemeinsam und verarbeiten so das Grauen des Krieges. Das Projekt umfasst die gesamte Region der Großen Seen, also auch Uganda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo.

9. Streetfootball Norway, Oslo (Norwegen)

Kein Fußballspiel ohne Hip Hop: Bei "Streetfootball" in Norwegen geht nichts ohne Musik. Guter Sound ist genauso wichtig wie die gute Performance auf dem Bolzplatz - beides bringt Punkte in der Meisterschaft. Das Projekt startete 2004 in den sozialen Brennpunkten Oslos und wird unterstützt vom norwegischen Fußballverband.

10. Search & Groom, Lagos (Nigeria)

Im fußballverrückten Nigeria wird überall gekickt. Kein Ort eignet sich also besser für eine Aids-Kampagne als der Bolzplatz. Hier werden die Jugendlichen "spielend" über die Gefahr einer HIV-Infektion aufgeklärt. Das 2003 gegründete "Search & Groom" organisiert Trainingslager, Workshops und Straßenfußball-Ligen, die von nigerianischen Fußball-Profis unterstützt werden.

11. Escuelas Deporte y Vida, Lima (Peru)

Die "Schulen für Sport und Leben" in Perus Hauptstadt Lima wollen über den Fußball sozial benachteiligte Kinder zum Lernen motivieren. Tutoren helfen bei den Hausaufgaben, es gibt Musik- und Tanzkurse, psychologische Betreuung und Lebensmittelhilfen. Rund 1200 junge Peruaner nehmen an den Programmen teil, und kürzlich wurde eine landesweite Straßenfußball-Liga initiiert.

12. fx united, Berlin (Deutschland) (Gastgeberteam)

Fußball verbindet - auch die ehemals durch die Berliner Mauer getrennten Stadtteile Friedrichshain und Kreuzberg. Das Gastgeberteam "fx united" wird von Jugendzentren des inzwischen zusammengelegten Bezirks gestellt. Es setzt sich aus Spielern und Spielerinnen vieler Nationalitäten zusammen, die sich im Bezirk engagieren. Neben dem Training stehen auch Englischkurse oder ein Besuch der "Street League" in England auf dem Programm.

13. Straßenfußball für Toleranz, Potsdam (Deutschland)

"Gemeinsam kicken gegen Rechts" stand am Anfang des Projekts, das im Jahr 2000 startete. Jugendliche setzen sich ein für Zivilcourage und Integration von Ausländern. Gespielt wird ohne Schiedsrichter, am Ende gibt es Fairness-Punkte. Nach der Methode "Straßenfußball für Toleranz" wird inzwischen in mehreren anderen Bundesländern gekickt.

14. Centro para el Desarrollo de la Inteligencia (CDI), Asunci?n (Paraguay)

Im Bildungszentrum CDI in Paraguays Hauptstadt Asunci?n lernen schon die Kleinen vom Fußball für's Leben. Gefördert werden Mädchen und Jungen ab sechs, die sonst kaum Chancen hätten, regelmässig Sport zu treiben oder eine Ausbildung zu bekommen. Projektleiter des Fußball-Projekts ist Luis Fernando Ramirez, ein prominenter Fußballkommentator des Landes.

15. CHIGOL, Santiago de Chile (Chile)

Die verlassenen Plätze in den Armenvierteln Santiago de Chiles werden durch den Fußball wieder mit Leben gefüllt. Das Projekt erreicht Jugendliche, zu denen sonst niemand mehr Zugang hat. Durch ihr Engagement im Projekt werden sie zu Vorbildern für Gleichaltrige. Neben der Vermittlung von sozialen Kompetenzen sorgt CHIGOL auch für ganz praktische Verbesserungen, z.B. für neue Straßenlaternen.

16. Funda?ao Eprocad/Jovem Cidadao, S?o Paulo/Maranh?o (Brasilien)

Das Team aus Brasilien wird von zwei Projekten gestellt: Die Stiftung "Eprocad" will in den Favelas von Santana de Parna?ba unweit von S?o Paulo über den Fußball Werte wie Respekt und Solidarität vermitteln. Das Projekt "Jovem Cidadao" im Nordosten Brasiliens ist in neun Städten aktiv. Sein Ziel: In den ärmsten Regionen des Landes Fußball, Kultur und Bildung für alle möglich zu machen.

17. Football Friends Balkan, Belgrad/Skopje (Balkan)

Seit dem Ende des Kriegs auf dem Balkan rollt auf den Straßen und Plätzen wieder der Ball. Unter dem Dach der Belgrader Stiftung "Football Friends Balkan" sind Projekte in Mazedonien sowie Serbien und Montenegro aktiv. Sie richten sich an sozial benachteiligte Jugendliche, Flüchtlinge und junge Sinti und Roma.

18. Centro Cultural San Isidro, Santa Cruz (Bolivien)

Der Fußball steht im Mittelpunkt des Kulturzentrums San Isidro in Santa Cruz, der zweitgrößten Stadt Boliviens. Bei Straßenfußball-Turnieren, die im Stadtviertel organisiert werden, spielt pro Team mindestens ein Mädchen mit. Zum vielfältigen Angebot gehören auch ein Marathon, eine Bibliothek aus gespendeten Büchern und Filmabende.

19. F?tbol por la Paz, Bogot? (Kolumbien)

"Keine Waffen, keine Drogen" ist die wichtigste Regel für kolumbianische Straßenfußballer, bevor sie auf den Platz dürfen. Kicken statt Gewalt ist der Ansatz des Projekts, das 1997 in Medell?n von Jürgen Griesbeck gegründet wurde. Auslöser war der Mord an dem Nationalspieler Andr?s Escobar. Die Methode "F?tbol por la Paz" (Fußball für den Frieden) wird in mehreren Regionen Kolumbiens eingesetzt.

20. Play Soccer, Accra (Ghana)

Die Dachorganisation für "Play Soccer" sitzt in Princeton/USA. Sie ist in Afrika und Südostasien aktiv, unter anderem in Sambia, Malawi, Südafrika, Senegal und China. Das "festival06"-Team setzt sich aus Jugendlichen aus Ghana zusammen. Vermittlung von Fußballregeln und -technik, Gesundheitserziehung und soziales Lernen sind die Schwerpunkte, für Analphabeten gibt es Lese- und Schreibkurse.

21. KickAIDS, Pretoria (Südafrika)

Im Township Soshanguve der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria will KickAIDS das Bewusstsein für die Gefahr von HIV-Infektionen schärfen. Das Projekt wurde Anfang 2004 mit Hilfe der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gegründet, es richtet sich an sechs- bis 18-jährige Jungen und Mädchen. Die Aufklärung über AIDS ist fester Bestandteil des Fußball-Trainings.

22. SASI Barka, Poznan (Polen)

Als "Special Guest" tritt ein Team der polnischen Organisation SASI Barka an. Es repräsentiert die Homeless World Cup-Bewegung, die seit 2003 eine Obdachlosen-WM organisiert. Das polnische Team wurde 2002 in Poznan gegründet. Beim Homeless World Cup 2005 in Edinburgh belegte es Platz zwei. SASI Barka organisiert nun auch eine polnische Straßenfußball-Meisterschaft.

23. Vive F?tbol, San Jose (Costa Rica)

Kinderarbeit, Kriminalität, Alkohol- und Drogenmissbrauch bestimmen das Leben im Problemviertel Los Hatillos in San Jos?, viele Kinder brechen die Schule ab. Vive F?tbol spricht kickende Kinder und Jugendliche auf den Straßen an. Sie werden eingeladen, an organisierten Spielen teilzunehmen. Neben dem gemeinsamen Sport wird psychologische Betreuung angeboten, in die auch die Eltern integriert werden.

24. Sokak Ligi, Ankara (Türkei)

In sechs türkischen Städten werden 14- bis 18-jährige Straßenkinder von professionellen Fußball-Lehrern trainiert und spielen regelmäßig gegeneinander. Die Spieler werden von Sozialarbeitern und Jugendtherapeuten beobachtet, die die Fortschritte jedes Einzelnen festhalten. Vorbild ist die englische Street League. Der Aufbau der Projekte in der Türkei wird vom British Council begleitet, der internationalen Organisation für Bildung und Kultur Großbritanniens.

Quelle: www.streetfootballworld.org


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