AMMABonn (epo.de). - Den Ursachen von Klimaschwankungen in Westafrika geht das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn auf den Grund. Im Rahmen des EU-Forschungsvorhabens AMMA soll geklärt werden, warum sich der Monsun verändert und welche Folgen das für die Landwirtschaft und die Gesundheit der Menschen in Westafrika hat. Die westafrikanische Sahelzone zählt zu den trockensten Gebieten der Erde und gelangte durch die katastrophalen Dürreperioden der 1970er bis 1980er Jahre zu trauriger Berühmtheit.

Der Regen, der in Westafrika in manchen Jahren in sehr großen Mengen, in anderen Jahren fast gar nicht fällt, wird durch den Monsunwind gesteuert. Dieser treibt von Juni bis September feuchte Luftmassen in das Innere des afrikanischen Kontinents hinein. Zwar ist Regen grundsätzlich gut für die Landwirtschaft, er bringt aber auch Stechmücken und Malaria mit sich. Außerdem haben Forscher festgestellt, dass sich mit dem Monsunwind einhergehende Gewitterstürme in Westafrika in ihrem weiteren Verlauf über dem Atlantik zu Hurrikans entwickeln können, die dann insbesondere an der Südwestküste der USA verheerende Schäden hervorrufen.

Das von der EU in ihrem 6. Rahmenprogramm geförderte Forschungsvorhaben "Afrikanische Monsun Multidisziplinäre Analyse" (AMMA), soll die Ursachen der Monsunveränderungen klären. Als eine Ausgangsbasis in Burkina Faso dient dem AMMA-Projekt die Forschungsstation in Dano, die von der Münchener Dreyer-Stiftung finanziert wird.

Neben intensiven hydrologischen Messungen im Jahr 2006 betreibt Deutschland in der gleichen Region seit einigen Jahren die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten langfristigen Forschungsprojekte GLOWA-Volta, IMPETUS und BIOTA-Westafrika. Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn ist die leitende Institution des GLOWA-Volta-Projekts.

"Wir wollen nachhaltige, längerfristige Forschungs- und Entwicklungsperspektiven in Westafrika aufbauen", erklärte Professor Dr. Paul Vlek, Geschäftsführender Direktor des ZEF. "Die enge Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern aus Wissenschaft, Politik und der westafrikanischen Zivilgesellschaft hat daher Priorität bei all unseren Forschungsprojekten."

Das ZEF kooperiert mit der "United Nations University" in Ghana und engagiert sich in der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern und Führungskräften in der Region. Im GLOWA-Volta-Projekt wurden seit Projektbeginn über 40 Doktoranden und Masterstudenten ausgebildet.

Das AMMA-Projekt basiert auf einer französischen Initiative und wird mit insgesamt 36 europäischen und vier afrikanischen, pannationalen Organisationen durchgeführt und vom französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) koordiniert. Es ist in das internationale AMMA-Projekt eingebettet, an welchem sich die u.a. die Vereinigten Staaten und viele weitere afrikanische Institutionen beteiligen.

Auch Forscher deutscher Einrichtungen leisten maßgebliche Beiträge zu dem Programm AMMA mit intensiven Messungen in der Region im Jahr 2006, mit Langzeitbeobachtungen sowie mit Modelluntersuchungen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis des Monsuns zu erreichen und die Vorhersagbarkeit mit Modellen zu verbessern, um sowohl für den Ackerbau als auch das Gesundheitswesen Vorsorgemaßnahmen zu ermöglichen sowie die Bedeutung Westafrikas für das globale Klimasystem zu untersuchen.

Beteiligt sind Arbeitsgruppen der Universitäten Bonn, Bremen, Frankfurt, Karlsruhe, Kiel, Köln, Mainz und München, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft in Karlsruhe und Jülich sowie des Max-Planck Instituts für Kernphysik in Heidelberg. Kürzlich berichteten die Wissenschaftler in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Nature über ihre neuesten Forschungsergebnisse.

ZEF


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