bmzBerlin (epo.de). - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit nur ein bis zwei Prozent der Menschen mit Behinderungen angemessen betreut werden. In einem gemeinsamen Politikpapier haben das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) neue Leitlinien für die besondere Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit entworfen.

Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, und Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär im BMAS, präsentierten das von beiden Ministerien entwickelte Politikpapier "Behinderung und Entwicklung" am Donnerstag in Berlin. Kortmann unterstrich die Bedeutung des Themas für die Armutsbekämpfung: "Die Millennium-Entwicklungsziele sind nur dann zu erreichen, wenn die Belange und Rechte von besonders benachteiligten Gruppen, wie etwa Menschen mit Behinderungen, in der Entwicklungszusammenarbeit endlich stärker berücksichtigt werden. Hierbei geht es nicht um freiwillige soziale Leistungen sondern um die Verwirklichung eines Menschenrechts."

Thönnes erklärte, es sei "sehr erfreulich, dass Menschen mit Behinderungen weltweit zunehmend als Personen angesehen werden, die gleichwertig am politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Das spiegelt sich auch in der Konvention der Vereinten Nationen zur Förderung und zum Schutz von Behinderten wider. Mit Beteiligung der deutschen Delegation haben die Mitgliedsstaaten der Konvention die Arbeit daran am 25. August abgeschlossen und noch in diesem Monat soll sie der UN-Generalversammlung zur Annahme vorgelegt werden".

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben weltweit über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon rund 70% in Entwicklungsländern. Behinderung ist gleichzeitig Ursache und Konsequenz von Armut: Menschen mit Behinderungen haben schlechteren Zugang zu Schulausbildung und Erwerbstätigkeit, sie sind sozial schlechter abgesichert und häufig von gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen. Dies erhöht ihr Risiko, in Armut zu fallen.

Auf der anderen Seite sind arme Menschen eher von Behinderungen betroffen, da sie oft nicht in der Lage sind, sich und ihre Angehörigen ausreichend zu ernähren, im Krankheitsfall für Behandlungen aufzukommen und sich gegen soziale Risiken oder Naturkatastrophen abzusichern. Die WHO geht davon aus, dass gegenwärtig nur 1-2% der Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern Zugang zu angemessenen Unterstützungsleistungen haben.

In dem gemeinsamen Politikpapier werden neue Leitlinien für die besondere Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit entworfen.

? Politikpapier "Behinderung und Entwicklung" (PDF)
? BMZ


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