Heidemarie Wieczorek-ZeulBerlin (epo.de). - Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat zum 10. Jahrestag der Friedensabkommen die bisherigen Erfolge Guatemalas auf dem Weg zu einer friedlichen und multiethnischen Gesellschaft gewürdigt. "Es ist ermutigend, dass die guatemaltekische Regierung sich heute öffentlich bei den Bürgerkriegsopfern für die vom Staat begangenen Verbrechen entschuldigt und mit den Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer begonnen hat", sagte die Ministerin. Auch erkenne die Regierung zunehmend an, dass gegen den tief verwurzelten Rassismus gegenüber der indigenen Bevölkerung vorgegangen werden muss.

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit Guatemala ziele auch auf die Aussöhnung und die Stärkung des Friedensprozesses im Land ab, so Wieczorek-Zeul. Sie trage durch die gezielte Stärkung und sensible Beratung staatlicher Institutionen wie des nationalen Wiedergutmachungsprogramms oder der Polizei dazu bei, dass sich der Frieden in Guatemala noch weiter festige. Darüber hinaus arbeite die deutsche Entwicklungszusammenarbeit daran, dass vor allem die Kinder der indigenen Bevölkerung künftig ihre Grundbildung vollständig absolvieren und damit ihre Zukunftschancen verbessern könnten.

Dennoch stehe Guatemala noch vor erheblichen Aufgaben, so das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Guatemala kämpfe mit wachsender Gewalt und Kriminalität. Die indigene Bevölkerung und insbesondere Frauen und Kinder litten nach wie vor unter extremer Armut, Analphabetismus und Unterernährung.

Am 29. Dezember 1996 hatten die damalige guatemaltekische Regierung und die Guerilla umfassende Friedensabkommen unterzeichnet. Die Friedensabkommen beendeten einen 36 Jahre (1960-1996) währenden Bürgerkrieg, der über 200.000 Opfer forderte. Die Mehrheit der Opfer waren Angehörige der indigenen Bevölkerung. Die von dem deutschen Völkerrechtsprofessor Christian Tomuschat geleitete Wahrheitskommission stellte in ihrem Bericht 1999 schwerste Menschenrechtsverletzungen, Folter und Verschwindenlassen fest. Für die Mehrzahl der Verbrechen wurde das guatemaltekische Militär verantwortlich gemacht.

Guatemala ist das bevölkerungsreichste Land Zentralamerikas und Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Krisenprävention und Friedensentwicklung sind Schwerpunkte der Zusammenarbeit.

BMZ


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