Sao Vicente/Kiel (epo.de). - Auf den Kapverdischen Inseln ist ein neues Beobachtungszentrum für die Atmosphären- und Meeresforschung in Betrieb genommen worden. Im Rahmen von internationalen Forschungsprojekten wollen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit Sitz in Kiel unter anderem der Frage nachgehen, in wieweit der eisenreiche Staubeintrag aus der Sahara die biologische Produktivität im tropischen Ostatlantik beeinflußt.

Die neue meteorologische Messstation ist Teil eines gekoppelten Ozean- und Atmosphärenobservatoriums für die Klimaforschung. Bereits im Sommer 2006 wurde eine Verankerung mit Sonden und Sensoren für ozeanographische und chemische Grundparameter etwa 30 Meilen vor der Küste in 3.000 Meter Wassertiefe installiert. Diese Beobachtungsstation wird im Jahr 2007 mit Hilfe des kapverdischen Forschungsschiffes "Islandia" unter der Regie des IFM-GEOMAR weiter ausgebaut.

Der östliche tropische Atlantik nahe der Kapverdischen Inseln stellt laut IFM-GEOMAR eine bedeutende Auftriebsregion mit starker biologischer Produktivität dar, die wesentlich durch den eisenreichen Staubeintrag aus der Sahara gesteuert wird. Dennoch sind die klimarelevanten biogeochemischen Prozesse im tropischen Atlantik aufgrund fehlender Datengrundlage noch nicht im Detail verstanden, stellen aber eine wesentliche Information für gekoppelte Klimamodelle dar.

"Aktuelle Satellitendaten zeigen einen deutlichen Rückgang der biologischen Aktivität im Atlantik", so Prof. Douglas Wallace, der die deutsche Beteiligung am dem Beobachtungszentrum koordiniert. "Es sieht so aus, als würden sich gerade in dieser Gegend größere Veränderungen abspielen und deshalb ist es wichtig, das wir ständig umfassende Messungen aus dem Ozean und der Atmosphäre bekommen."

Finanziert wird das Vorhaben durch das EU-Projekt TENATSO in Kooperation mit UK SOLAS, das BMBF-Projekt SOPRAN sowie Mittel der Regierung der Republik Kapverden und des IFM-GEOMAR.

www.ifm-geomar.de


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