WFPJohannesburg (epo.de). - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, 118 Millionen US-Dollar für die Unterstützung notleidender Menschen in Simbambwe zur Verfügung zu stellen. Man müsse davon ausgehen, dass innerhalb der nächsten acht Monate bis zu 3,3 Millionen Simbabwer Nahrungsmittelhilfe benötigen werden - zehnmal soviel wie die humanitäre Organisation aktuell erreicht -, teilte das WFP in Johannesburg mit.

"Hunderttausende Simbabwer haben bereits jetzt das Ende ihrer Nahrungsmittelvorräte erreicht und mehrere Millionen mehr werden bis zum Ende dieses Jahres auf humanitäre Hilfe angewiesen sein", sagte Amir Abdulla, WFP-Regionaldirektor für das Südliche Afrika. "WFP plant in den nächsten acht Monaten mehr als zehn Mal so viele Menschen zu unterstützen als gegenwärtig, um den drohenden Hunger abzuwenden. Um das jedoch tun zu können, benötigen wir mehr Zuwendungen - und zwar schnell."

Das WFP kann nach eigenen Angaben derzeit rund 138.000 Tonnen Nahrungsmittel für Simbabwe bereitstellen. Jedoch würden weitere 207.000 Tonnen Getreide und andere Güter im Wert von 118 Mio. US-Dollar benötigt, um die ausgeweiteten Hilfsaktivitäten bis zur nächsten Ernte im April 2008 zu decken. Ohne zusätzliche Mittel würden die WFP-Vorräte im September knapp werden und im Dezember komplett erschöpft sein - also genau dann, wenn die Krise ihren Höhepunkt erreicht.

Das WFP unterstützt gegenwärtig jeden Monat 300.000 Menschen in Simbabwe. Ab September sei geplant, die Hilfe durch Programme für besonders gefährdete Gruppen an fast 1,3 Millionen Menschen zu verteilen. Diese Zahl werde sich im Oktober auf 2,5 Millionen fast verdoppeln und schließlich von November bis März nächsten Jahres - dem Höhepunkt der Hungerperiode in Simbabwe - auf 3,3 Millionen ansteigen. Diese Zahlen seien abhängig von zeitnahen Zuwendungen, die es WFP ermöglichten, ohne Verzögerungen Nahrung in der Region zu erwerben.

Zusätzlich plant dem WFP zufolge eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen, auch bekannt als C-SAFE, Nahrungsmittel an weitere 800.000 gefährdete Simbabwer zu verteilen. Zusammen bedeute dies, dass 4,1 Millionen Menschen zu Beginn des nächsten Jahres Unterstützung benötigten, eine Zahl, die bereits durch eine Mission zur Beurteilung des Ernte- und Nahrungsmittelangebots im Mai dieses Jahres vorausgesagt wurde.

Nach Darstellung des WFP haben die Kombination aus einer schlechten Ernte und den "zunehmenden wirtschaftlichen Turbulenzen" in Simbabwe dazu geführt, dass zehntausende Familien in städtischen und ländlichen Gebieten mit ernsthafter Nahrungsmittelknappheit rechnen müssen, besonders in den von Dürre betroffenen südlichen Provinzen. Die Situation habe sich außerdem durch die ansteigende Armut, die galoppierende Inflation und den zerstörerischen Einfluss von HIV/AIDS zugespitzt. Deutschland hat die WFP-Operation in Simbabwe im Jahr 2007 mit bisher 666.000 US-Dollar unterstützt.

www.wfp.org


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