Düsseldorf (epo.de). - Über die Internet-Plattform "Facebook" haben sich mehr als 230.000 kolumbianische Staatsangehörige in 146 Städten weltweit zu einer Demonstration gegen die kolumbianische "Terrororganisation" Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) verabredet. Die von kolumbianischen Bürgern am 4. Januar gegründete Facebook-Gruppe "1.000.000 Stimmen gegen die FARC" hat eine beispiellose internationale Bewegung in Gang gesetzt.

Nur 24 Stunden nach ihrer Gründung am 4. Januar zählte die Gruppe nach eigenen Angaben mehr als 3.200 Mitglieder. Seitdem melden sich täglich 15.000 Menschen neu an. Innerhalb von weniger als vier Wochen hat die Initiative mehrere hunderttausend Facebook-User aus Kolumbien und der ganzen Welt mobilisiert. In 146 Großstädten in Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien sollen zeitgleich am 4. Februar mittags um 12:00 (lokale Zeit in Kolumbien) Kundgebungen unter dem Motto "keine ENTFÜHRUNGEN mehr! keine LÜGEN mehr! keine TÖTUNGEN mehr! keine FARC mehr!" stattfinden. Es soll Veranstaltungen in Paris, London, Madrid, Brüssel, Kopenhagen, Buenos Aires, New York, San Francisco, Sidney, Delhi, Rio de Janeiro, Santo Domingo u.a. geben. In Deutschland sollen um 18:00 Uhr deutscher Zeit in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Oberhausen Demonstrationen stattfinden.

"1.000.000 Stimmen gegen die FARC" wurde von kolumbianischen Bürgern gegründet, nachdem die im Dezember 2007 versprochene Freilassung dreier langjähriger Geiseln durch die linksextremistische FARC scheiterte. Die FARC, älteste und größte Guerrillaorganisation Lateinamerikas, hält nach offiziellen Angaben 774 Geiseln fest. Nirgendwo auf die Welt gibt es mehr Entführte.

Manche Geiseln seien seit fast zehn Jahren in der Gewalt der Aufständischen, so die Initiative. Sie würden im kolumbianischen Urwald unter menschenunwürdigen Bedingungen gehalten, wie die zuletzt aufgetauchten Bilder der entführten ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt beweisen. Die vor einigen Tagen befreiten Geiseln Clara Rojas und Consuelo Gonz?lez brachten Lebenszeichen von anderen langjährigen Geiseln, die wie Tiere mit Ketten am Hals gehalten würden. Es seien die ersten Lebenszeichen, die sie ihren Familien nach mehr als drei Jahren senden konnten.

Die Terroristen finanzieren sich über Menschen- und Drogenhandel, so die Initiative. Auf ihre Rechnung gehen 400 Entführungen im letzten Jahr und 6.772 im vergangenen Jahrzehnt. Die Entführung ist eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt. Amnesty International verurteilte die Entführung von Menschen in ihrer Pressemitteilung vom 10. Januar 2008: "Entführungen verstoßen in höchstem Maße gegen das internationale Menschenrecht und können gleichgestellt werden mit Kriegsverbrechen."

Die Initiative "1.000.000 Stimmen gegen die FARC" hat sich als Ziel gesetzt, Menschen weltweit auf das Problem in Kolumbien aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für den Schrecken zu wecken, den die FARC unter der Bevölkerung verbreitet. Gleichzeitig soll die Welt erfahren, "dass das kolumbianische Volk die FARC in keinster Weise unterstützt und nie unterstützt hat. Die FARC verursachen Armut und Elend in Kolumbien, das seit mehr als 40 Jahren unter dieser humanitären Tragödie leidet", heißt es in der Mitteilung der Initiative.

 www.colombiasoyyo.org


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