Schüler im Liberia. Foto: SalesianerBonn (epo.de). - Die Salesianer Don Boscos haben in Nigeria, Ghana, Liberia und Sierra Leone Ausbildungsstätten für rund 3.000 Jugendliche geschaffen. In verschiedenen Sozialprojekten werden an die 10.000 Kinder und Jugendliche betreut. Dies berichtete der österreichische Verwaltungsleiter des Ordens für Westafrika, Günter Mayer SDB, bei einem Besuch der Don Bosco Mission in Bonn. Schwerpunkt der westafrikanischen Salesianerprovinz sind die beiden von Bürgerkriegen verwüsteten Länder Liberia und Sierra Leone.

So planen die Salesianer derzeit außerhalb von Freetown in Sierra Leone eine Ausbildungsstätte für ehemalige Kindersoldaten. Die räumliche Distanz zur Hauptstadt soll die Versuchung und das Risiko mindern, dass die Halbwüchsigen wieder zu Straßenkindern und Sozialfällen werden.

In der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen sehen die Salesianer die größte Herausforderung für die vom Krieg zerstörte Region. Alleine in Liberia, das rund 2,6 Millionen Einwohner zählt, habe der Bürgerkrieg 200.000 Menschenleben gekostet und fast eine Million Flüchtlinge hinterlassen.

Viele Menschen in Liberia und Sierra Leone seien hochgradig traumatisiert, sagte Bruder Mayer. Es gebe keine Familie, in der keine Opfer zu beklagen seien. "Sie haben unzählige Morde und Totschläge gesehen; Kinder und Frauen wurden vergewaltigt, die Häuser geplündert." Der Krieg habe die Menschen völlig abgestumpft, umso mehr als sie keinerlei psychologische oder pädagogische Betreuung erfahren hätten.

Da die Infrastruktur des Landes völlig zerstört sei und die Wirtschaft vernichtet, setzten sie ihre Hoffnung in die Arbeit der christlichen Kirchen. Diese Hoffnung schlage sich auch in den vielen kirchlichen Berufen nieder, die die sozial-karitativen Orden heute in der Region registrieren. Von den 107 Salesianern Don Boscos in Westafrika seien mittlerweile fast drei Viertel Afrikaner

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Im früheren Staatspräsidenten Charles Taylor, der 2003 auf Druck der Vereinigten Staaten die Macht abgeben und das Land verlassen musste, sehen politische Beobachter den Hauptschuldigen für das verheerende Bild, das Liberia und Sierra Leone heute bieten. Der ehemalige Rebellenführer, der sich 1997 entlang der Grenze zu Sierra Leone festgesetzt hatte, hatte seine militärischen Abenteuer vor allem durch Diamantenschmuggel, Drogenhandel und Ausfuhr von Tropenholz finanziert.

Taylor setzte als erster liberianischer Milizenführer (Warlord) systematisch Kindersoldaten ein, die er gewaltsam einzog oder entführen ließ. Taylor steht seit 2006 vor dem UN-Strafgerichtshof in Den Haag unter Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Foto: Schüler im Straßenkinderzentrum "Fambul" in Freetown. Copyright © Salesianer Don Boscos
                              
http://www.donboscomission.de


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