Berlin (epo). - Ohne wirksame globale Umweltpolitik gelingt Armutsbekämpfung nicht auf Dauer, warnen Wissenschaftler des Beirates "Globale Umweltveränderungen" (WBGU) der Bundesregierung. Die Eingriffe des Menschen in die natürliche Umwelt gefährdeten bereits heute in weiten Teilen der Erde die Lebensbedingungen der Armen.

Der Wissenschaftliche Beirat hatte der Bundesregierung am 1. Dezember das neue Gutachten "Welt im Wandel: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik" in Berlin überreicht. Darin betonen die Wissenschaftler, dass erfolgreiche Armutsbekämpfung eine wirksame Umweltpolitik voraussetzt.

Bei der feierlichen Übergabe des Gutachtens an die Bundesminister für Forschung, Edelgard Bulmahn, für Umwelt, Jürgen Trittin und für Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, mahnte der Beirat eine intensivere internationale Zusammenarbeit von globaler Armutsbekämpfung und Umweltpolitik an.

Die Eingriffe des Menschen in die Natur gefährdeten die Lebensbedingungen der Armen: So würden die Bauern in Afrika durch die veränderten Klimaparameter in ihrer Existenz bedroht. Daher empfehlen die Gutachter, beim Technologietransfer zum Klimaschutz die Interessen der Armen stärker zu berücksichtigen, damit sich eine positive Rückkoppelung ergibt.

Der Beirat empfiehlt als "langfristige Vision" einen "Rat für Globale Entwicklung und Umwelt" als übergeordnetes Gremium im UN-System einzurichten. Dieser solle die Institutionen im Entwicklungs- und Umweltbereich koordinieren und somit nachhaltige Maßnahmen fördern.

Um die Umsetzung globaler Aktionsprogramme vor Ort voranzutreiben, sollten quantitative Ziele für internationale Abkommen vereinbart, Maßnahmen mittels bestimmter Indikatoren überprüft und die Koordination verbessert werden.

Investitionen in die Bekämpfung von Umweltproblemen und Armut lohnten sich für die Industrieländer, sagte der Vorsitzende des Beirats und Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hartmut Graßl. Zum einen profitierten alle Länder von einer geringeren Verschmutzung der Luft und der Meere, zudem hätten sie wirtschaftliche Vorteile durch wachsende Märkte und intensiveren Welthandel.

Außerdem werde durch eine verknüpfte Umwelt- und Armutspolitik die Zahl der Umweltflüchtlinge reduziert und die Sicherheit der Industrieländer gestärkt, so die Quintessenz der Wissenschaftler.

Die Bundesminister begrüßten die Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirats, die öffentlichen Entwicklungsleistungen weiter zu steigern und die Umweltpolitik bei den Vereinten Nationen aufzuwerten.

Gutachten "Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik"
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


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