Anopheles-Mücke. Foto. CDC/Wikipedia CommonsBerlin (epo.de). - Pharma-Unternehmen haben derzeit zehn neue Malaria-Medikamente im Rahmen klinischer Studien in der Erprobung oder bereits zur Zulassung eingereicht. Darauf hat anlässlich des Weltmalariatages am 25. April der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) am Mittwoch in Berlin hingewiesen. Weltweit sterben jährlich mehr als 800.000 Menschen an Malariainfektionen. Am meisten gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren im südlichen Afrika.

Die neuesten Medikamente würden von den Pharma-Konzernen zu Sonderkonditionen geliefert und seien meist gut wirksam. Es zeigten sich jedoch "erste Fälle von resistenten Erregern", erklärte der vfa. Deshalb würden zehn neue Mittel erprobt. "In ihren Labors arbeiten sie an 14 weiteren Projekten", berichtete vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. Die Unternehmen, die Forschung betreiben, engagieren sich nach ihren Worten im Rahmen der internationalen Bemühungen gegen die Malaria auch immer stärker vor Ort. Dazu zähle neben Medikamentenlieferungen auch die Förderung von Volksbildungsprogrammen über Vorsichtsmaßnahmen und die Verteilung insektizidbeschichteter Moskitonetze.

"Doch die katastrophale medizinische Infrastruktur der betroffenen Länder sorgt leider allzuoft dafür, dass die Hilfsmaßnahmen die meisten Betroffenen nicht erreichen", beklagte Yzer. "Ohne mehr Ärzte und Apotheker vor Ort können die Medikamente nicht an ihr Ziel gelangen."

Bei der Entwicklung neuer Malariamedikamente kooperieren die Unternehmen nach eigenen Angaben mit öffentlichen Einrichtungen, akademischen Forschungsinstituten und Stiftungen im Rahmen von Public-Private Partnerships. Dazu zählen das Medicines for Malaria Venture (MMV) und die Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi). In diesen Kooperationen werde schon im Vorfeld geklärt, "welcher Partner welche Rechte an den Früchten der gemeinsamen Arbeit erhält und welche Lieferzusagen er machen muss. MMV allein betreut mehr als 25 Malariaprojekte, DNDi zwei weitere", so der vfa.

Die Firmen arbeiten auch an Malaria-Schutzimpfungen. Ein Impfstoff speziell für Kinder habe mittlerweile die letzte Phase der klinischen Prüfungen erreicht. Bestätigten sich die bisherigen Ergebnisse, wonach der Impfstoff die Zahl schwerer Malariafälle halbieren kann, könnte er bis 2012 die Zulassung erhalten.

Der vfa vertritt die Interessen von 47 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 90.000 Mitarbeiter. Rund 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Foto: Anopheles-Mücke, Überträger der Malaria © Wikipedia Commons/CDC

www.vfa.de

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