Mutter und Kind im Sudan unter einem Moskitonetz Quelle: UNICEFWashington (epo.de). - Malaria ist trotz einiger Fortschritte weiter eine der häufigsten Todesursachen für Kinder in den Entwicklungsländern. Noch immer stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an der Tropenkrankheit - das sind rund 800.000 Todesfälle pro Jahr. Doch mittlerweile wurde in den von Malaria betroffenen afrikanischen Ländern die Prävention deutlich verbessert. Für mehr als 40 Prozent der gefährdeten Familien stehen jetzt Moskitonetze zur Verfügung, die einer Übertragung des Erregers vorbeugen. Dies ist das Fazit eines Berichts den UNICEF am Freitag in Washington vorgestellt hat. UNICEF http://www.unicef.de/ hat allein im vergangenen Jahr 20 Millionen Exemplare der lebensrettenden Netze bereitgestellt. .

„Erstmals sind wir zuversichtlich, dass Malaria zu einer seltenen Ursache von  Krankheit und Tod werden kann“, sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman. „In Ländern wie Eritrea, Ruanda, Sambia und Madagaskar hat sich die Zahl der Erkrankungen verringert. Dies zeigt positive Folgewirkungen. Überlastete Gesundheitseinrichtungen haben mehr Kapazitäten für andere notwendige Behandlungen und die Krankheitsbedingte Abwesenheit am Arbeitsplatz und in Schulen sinkt.“

In dem Report „Malaria & Kinder - Fortschritte bei der Interventionsabdeckung 2009“ hat UNICEF gemeinsam mit der Initiative „Roll back Malaria“ und dem Globalen Fonds zum Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria die neuesten Daten aus allen von Malaria betroffenen Ländern zusammengetragen. Demnach gibt es deutliche Fortschritte in allen Teilen Afrikas, in denen Malaria endemisch ist. Die Verteilung von mit Insektenschutzmitteln imprägnierten Moskitonetzen, die nach wie vor den besten Schutz gegen die durch Moskitos übertragene Krankheit bieten, hat sich seit 2004 mehr als verdreifacht.

Große Defizite gibt es jedoch nach wie vor bei der Behandlung der Malaria, so der Bericht. Ähnlich wie bei anderen für Kinder gefährlichen Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Durchfall stünden in Afrika oft nur veraltete und schlecht wirksame Medikamente zur Verfügung. Hinzu komme, dass der Malaria-Erreger sehr anpassungsfähig ist und schnell Resistenzen auch gegen relativ neue Wirkstoffe entwickelt.

„Malaria tötet jährlich schätzungsweise eine Million Menschen - die meisten Opfer sind Kinder in Afrika“, sagte Veneman. „Malaria trifft zudem rund 50 Millionen schwangere Frauen pro Jahr - sie leiden unter Blutarmut, ihre Kinder kommen mit einem zu geringen Gewicht auf die Welt und viele erkrankte Mütter sterben bei der Geburt.“

Schätzungen gehen davon aus, dass in zehn afrikanischen Ländern zwischen 2001 und 2007 rund 125.000 Todesfälle durch Malaria verhindert werden konnten. Bis zum Jahr 2008 wurden in Afrika insgesamt rund 100 Millionen Netze ausgegeben - meist in Gesundheitsstationen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder in Verbindung mit Impfkampagnen.

AKTIONEN ZUR MALARIAEINDÄMMUNG

Malaria einzudämmen sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Afrika die von der Internationalen Gemeinschaft gesetzten Millenniumsziele erreichen könne, so UNICEF. Bereits bis Ende 2010 sollten flächendeckende Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dank der Anstrengungen verschiedener Organisationen und Initiativen, darunter der Globale Fonds, die Initiative des US-Präsidenten und die Weltbank, gebe es nun mehr Mittel zur Verfügung, um in allen von Malaria betroffenen Ländern bis 2010 flächendeckend Moskitonetze bereit zu stellen. Wenn dies gelinge, werde sich die Kindersterblichkeit dort voraussichtlich um rund 20 Prozent verringern.

UNICEF konzentriert seine Anstrengungen derzeit auf acht Länder, in denen Malaria stark verbreitet ist: Angola, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Kongo, Nigeria, Simbabwe, Sudan und die Zentralafrikanische Republik. Allein in diesen Ländern sollen bis Ende nächsten Jahres 25 Millionen Moskitonetze verteilt und die Bevölkerung über den richtigen Gebrauch und den Nutzen der Netze aufgeklärt werden.

EINE KRANKHEIT DER ARMEN

Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Regionen, in denen Malaria verbreitet ist. In 107 Ländern, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in Südostasien, ist die Krankheit endemisch. Der Malaria-Erreger wird von der Anopheles-Mücke übertragen, die besonders nachts zusticht. Die Krankheit trifft vor allem die Armen: Kinder und schwangere Frauen, die in beengten und unhygienischen Verhältnissen und in der Nähe stehender Gewässer leben.

Malaria ist heilbar, wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt und medizinisch behandelt wird. Ohne sofortige und wirksame Behandlung können vor allem Kinder jedoch innerhalb von 24 Stunden sterben. Typische Malaria-Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Muskelschmerzen. Wiederkehrende heftige Fieberanfälle können zum Koma und schließlich zum Tod führen. Trotz Fortschritten in der Malariaforschung gibt es bis heute keinen wirksamen Impfstoff. Wichtigste Maßnahme zur Prävention sind deshalb die mit Insektenschutzmitteln präparierten Moskitonetze, die zum einen die Moskitostiche verhindern und zudem die Moskitos abtöten.

Foto: Mutter und Kind geschützt von einem Moskitonetz in einer Gesundheitsstation für mangelernährte Kinder im Sudan. Quelle: UNICEF

Außer UNICEF haben noch weitere Organisationen Pressemitteilungen zum Thema Malaria veröffentlicht

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