msfIslamabad/Berlin (epo.de). - Aufgrund der Eskalation der Kämpfe im pakistanischen Swat-Tal hat Ärzte ohne Grenzen die Nothilfe vorerst gestoppt. In anderen Landesteilen werde die Hilfe eingeschränkt, teilte die Organisation am Donnerstag in Berlin mit. Die internationale humanitäre Organisation unterstützte als einzige das Krankenhaus in der Stadt Mingora und bot ambulante Hilfe im Swat-Tal an.


Die Reduzierung der Aktivitäten sei eine Folge der generell unsicheren Situation, aber auch einiger direkter Angriffe gegen die Organisation, erklärte Ärzte ohne Grenzen. Zivilisten seien im Kreuzfeuer gefangen und hätten kaum Zugang zu Nahrung, Wasser oder medizinischer Hilfe.

"Die Bevölkerung im Nordwesten Pakistans hat auch schon vor den neuen Angriffen unter der schrecklichen Situation gelitten", sagte Brice de le Vingne, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen, in Brüssel. "Ausgangssperren, Straßensperren und intensive Kämpfe machen es den Menschen unmöglich, die Krankenhäuser zu erreichen. Darüber hinaus ist es dem medizinischen Team fast ausgeschlossen, sie zu unterstützen."

Die Menschen sind nach Angaben der Hilfsorganisation in ihren Häusern eingeschlossen, so dass sie weder sauberes Wasser noch Nahrung besorgen und keinen Arzt aufsuchen können. Ärzte ohne Grenzen fordert, das Recht auf medizinische Versorgung zu respektieren und freien und sicheren Zugang zu den Verwundeten zu gewährleisten. Eine der Prioritäten sei es, Verletzte zu evakuieren und das Krankenhaus in Saidu Sharif mit Medikamenten versorgen zu können.

"Es ist eine vollkommen unhaltbare Situation", sagte de le Vingne. "Erst war es schlimm, jetzt ist es hoffnungslos. Es ist wahrscheinlich, dass es noch schlimmer wird. Die Risiken für die Menschen werden derzeit immer größer, und wir können keine lebensnotwendige Unterstützung leisten." Tausende Menschen suchten in den weniger unsicheren Regionen von Pakistan Zuflucht.

www.aerzte-ohne-grenzen.de

 

 


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