Hochwasser in Indien. Foto: Andheri-HilfeBrüssel (epo.de). - Ein internationales Forscherteam soll jetzt das weltweit erste Mess- und Modellerstellungssystem für Kohlenstoff einrichten. Das zwei Jahre laufende Projekt "Carbon benefits" soll dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern, den Kohlenstoff-Emissionshandel anzukurbeln und die Ausgleichs-Initiativen für Kohlenstoff auf ihre Effektivität zu überprüfen.

Das Projekt "Carbon benefits" wird nach Angaben der europäischen Forschungsinitiative CORDIS mit 9,16 Millionen US-Dollar (6,7 Millionen Euro) von der durch die Weltbank gegründeten Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility - GEF) und vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) finanziert. Die britische Universität von East Anglia, zwei Universitäten in den USA und die Stiftung WWF (World Wildlife Foundation) zählen zu den vielen am Projekt beteiligten Partnern. Sie sollen beispielsweise Internet-basierte Systeme zur Messung, Überwachung und Modellerstellung der erzeugten und in Boden und Vegetation gespeicherten Mengen an Kohlenstoff und Treibhausgasen entwickeln.

"Carbon benefits" soll unter anderem das gewaltige Potenzial zur Kohlenstoffspeicherung in Boden und Vegetation durch Messung des Kohlenstoffspeicherpotenzials von landwirtschaftlich genutztem Land und Wäldern untersuchen. Dorfgemeinschaften am Viktoria-See, in Niger und Nigeria sowie China könnten als erste davon profitieren, so UNEP.

"Wir müssen in der Lage sein, die Änderung des Kohlenstoffgehalts über und im Boden zu verfolgen, aber derzeit gibt es keine standardisierte, kostengünstige und einfache Methode dafür", erklärte Professor Michael Stocking von der Auslandsentwicklungsgruppe an der Universität von East Anglia. "Erforderlich ist ein System, womit sich die Auswirkung von Kohlenstoff messen und das sich auf alle Projekttypen anwenden lässt, ob nun zur Unterstützung kleiner Unternehmen, die Möbel herstellen und schnitzen oder zur Anpflanzung von Wäldern und Feldfrüchten. Von Projekten zum Management natürlicher Ressourcen wird behauptet, dass sie günstige Auswirkungen auf die Kohlenstoffbilanz haben. Die Organisationen müssen nachweisen können, wie ihre Investitionen weltweit der Umwelt nutzen."

Das Projekt soll es Landwirten und Förstern ermöglichen, den Kohlenstoffgehalt ihres Lands und die Auswirkungen ihrer Aktivitäten darauf zu erfahren. Es soll ihnen auch helfen, Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes durch Nutzung selektiver landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Optionen zu ergreifen.

"Mithilfe dieser Forschungsarbeiten können wir ein Hilfsmittel entwickeln, mit dessen Hilfe wir verstehen können, was die Kohlenstoffauswirkungen unserer Aktivitäten auf die Treibhausgasemissionen und auf die Sequestrierung (Auffangen von Kohlendioxid und seine Injektion Untertage zur Langzeitspeicherung) durch Vegetation und den Boden sind", erklärte Professor Stocking. "Die Landwirtschaft birgt das größte Potenzial zum Auffangen und Speichern von Kohlenstoff und damit zur Abschwächung des Klimawandels. Dadurch werden Organisationen auch feststellen können, ob Kohlenstoffausgleichspläne Erfolg haben, was dann hoffentlich als Anreiz für weitere Maßnahmen wirken würde."

Foto: Hochwasser in Indien. © Andheri-Hilfe

UNEP Press Release
cordis.europa.eu

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