wipoGenf (epo.de). - Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO) hat am Donnerstag in Genf eine public-private partnership vorgestellt, mit deren Hilfe Universitäten und Forschungsinstitute in den Entwicklungsländern einen freien oder kostengünstigen Online-Zugang zu wissenschaftlichen und technischen Zeitschriften erhalten sollen. Das Programm nennt sich aRDi (Access to Research for Development and Innovation) und arbeitet mit prominenten Fachverlagen zusammen.  

Zu den beteiligten Verlagen gehören American Institute of Physics, Elsevier, John Wiley & Sons, National Academy of Sciences, Oxford University Press, Royal Society of Chemistry, Sage Publications, Springer Science+Business Media sowie Taylor & Francis. Hilfestellung bekam die WIPO von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), von der Welternährungsorganisation (FAO) und vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die ähnliche Partnerschaften in ihren Arbeitsfeldern organisiert haben.

ardi

Das aRDi Programm solle die Eingliederung der Entwicklungsländer in die globale Wissensgesellschaft voranbringen, heißt es in einer WIPO-Mitteilung vom Donnerstag. Ein Ziel besteht offenbar darin, spezielle Datenbanken für die Suche nach Patenten einzurichten. Das Projekt wurde von WIPO Generaldirektor Francis Gurry anlässlich des "High Level Forum on the Strategic Use of Intellectual Property for Prosperity and Development" vorgestellt, das am 23. und 24. Juli Minister und hochrangige Politiker aus den ärmsten Entwicklungsländern in Genf zusammenbringt.

Nach einem Bericht von heise online haben bislang zwölf Verlage den Zugang zu 66 wissenschafltichen Publikationen zugesagt. Der erleichterte Zugang gelte aber nur "für eine bestimmte Art von Publikationen". Der indische Journalist Ravi Kanth sieht eine gewisse Skepsis in Entwicklungsländern hinsichtlich der Verknüpfung von geistigen Eigentumsrechten mit Entwicklungspolitik. Die Konzerne in den Industriestaaten nutzten die derzeitige Wirtschaftskrise, um den Schutz geistiger Eigentumsrechte wieder mit Macht durchzusetzen, schrieb er im indischen "Business Standard".

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