Angelina Jolie im Irak. Foto: UNHCR /B. HegerBagdad/Berlin (epo.de). - Im Irak sind noch immer rund zwei Millionen Menschen Flüchtlinge im eigenen Land. Am Donnerstag informierte sich die US-Schauspielerin und UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie über die Lage der Binnenvertriebenen in der Region. Die PR-Aktion diente der Werbung für eine intensivere weltweite Unterstützung für das Programm des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) im Irak. Die 34-Jährige sprach mit Flüchtlingen, Regierungsvertretern und humanitären Helfern.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden UNHCR-Hochkommissar L. Craig Johnstone besuchte Jolie eine Unterkunft von Binnenvertriebenen in Chikook, nordwestlich von Bagdad. "Die Iraker brauchen mehr Hilfe und Unterstützung um ihr Leben neu aufzubauen", sagte die Sonderbotschafterin bei einer Unterredung mit Familien aus dem Bezirk Abu Ghraib. "Es kostet eine Menge Kraft, am Leben zu bleiben. Ich weiß nicht, ob ich diese Kraft habe", sagte ein verzeifelter Familienvater. "Zurück wollen wir aber sicher nicht. Unsere Nachbarn sind zurück gegangen und wurden kurze Zeit später umgebracht."

Nach Angaben des UNHCR hat sich die Situation für viele der irakischen Binnenvertriebenen verbessert. "Der Eindruck in diesem Lager ist schon hart. Aber da sind viele Menschen, die bereit sind in sichere Gebiete zurückzukehren. Es gibt Veränderungen und es gibt Rückkehrer. Keine große Zahl, aber Fortschritte“, sagte Angelina Jolie.

Angelina Jolie im Irak. Foto: UNHCR /B. Heger

Johnstone sprach mit Regierungsmitgliedern über die Möglichkeiten einer freiwilligen Rückkehr für Flüchtlinge und Binnenvertriebenen in ihre irakische Heimat sowie ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Für Ende 2009 ist die Rückkehr von 20.000 Binnenvertriebenen geplant. Seit Mitte 2008 hat UNHCR die freiwillige Rückkehr von knapp 200.000 Binnenvertriebenen organisiert. Innerhalb des UNHCR-Resettlement-Programms will die Europäische Union 10.000 Iraker in den Mitgliedstaaten neu ansiedeln - 2.500 davon in Deutschland.

Die Kosten für humanitäre Hilfe im Irak kalkuliert UNHCR für 2009 mit insgesamt 178 Millionen US-Dollar. Insgesamt befinden sich im Irak etwa zwei Millionen Binnenvertriebene; 1,7 Millionen Iraker leben in den Nachbarländern Jordanien und Syrien - "teilweise unter sehr widrigen Bedingungen", so das UN-Flüchtlingshilfswerk.

Fotos:
(1) UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie in einem Flüchtlingslager nördlich von Bagdad © UNHCR/B. Heger
(2) Jolie lacht mit einem binnenvertriebenen Jungen in einem Flüchtlingslager nördlich von Bagdad © UNHCR
/B. Heger

www.unhcr.de



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