Penan blockieren eine Straße in Sarawak. Foto: SurvivalKuching/Berlin (epo.de). - Die Proteste der indigenen Bevölkerung der Penan gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes im malaysischen Bundesstaat Sarawak weiten sich aus. Hunderte Penan haben an drei Stellen im malaysische Teil der Insel Borneo Straßenblockaden gegen Holz- und Plantagenunternehmen errichtet, die ihre Wälder zerstören. Die Demonstranten fordern das Ende der Abholzung und der Anlage von Plantagen auf ihrem Land ohne ihre Zustimmung sowie die Anerkennung ihrer Landrechte.

Wie Survival International am Dienstag berichtete, ist die Lage angespannt, nachdem sich zwölf Penan-Dörfer den Straßenblockaden angeschlossen haben. Journalisten seien von der Polizei mit vorgehaltener Waffe zum Verhör abgeführt worden. "Es stimmt nicht, dass wir Penan keinen Fortschritt wünschen", sagte ein Penan. "Aber wir wollen nicht den 'Fortschritt', bei dem Holzfällerunternehmen über unser Land rollen. Wir möchten richtigen Fortschritt. Was wir aber zunächst einmal benötigen, sind unsere vollen Landrechte."

Die Zerstörung des Waldes, so Survival International, beraubt die Penan, die Jäger und Sammler sind, ihrer Tiere und Pflanzen, von denen sie sich ernähren und verschmutzt die Flüsse, aus denen sie fischen. Ohne die Wälder können die Penan nur schwer ihre Familien ernähren. Seit mehr als 20 Jahren kämpfen die Penan gegen Holzeinschlagsfirmen, die zunächst nur die wertvollen Bäume fällten. Neuerdings werde der Wald vollständig gerodet, so Survival, um Platz für Ölpalmenplantagen zu schaffen.

Die Blockaden sollen laut Survival International, einer Organisation, die indigene Völker weltweit unterstützt, die malaysischen Holzunternehmen Samling, Interhill, Rimbunan Hijan und KTS an ihrer Arbeit auf dem Land der Penan hindern. Eine der ersten Blockaden, die im Juni in der Siedlung Ba Marong stattfand, endete mit dem Rückzug einer Tochterfirma der KTS aus dem Gebiet. Die Penan fürchten jedoch, dass die Holzfäller wiederkommen.

"In einem anderen Gebiet der Penan rückt die berüchtigte Firma Samling in ein Gebiet vor, in dem nie zuvor Holz geschlagen wurde", berichtet Survival. "Beobachter sagen, dass die Straße, die von dem Unternehmen gebaut wird, wahrscheinlich in einigen Wochen bis ins abgelegene Ba Jawi Gebiet reichen wird."

"Die Holzfäller- und Plantagenunternehmen erschweren es den Penan, ihre Kinder zu ernähren", erklärte Survivals Direktor Stephen Corry. "Die Penan erhalten in bestimmten Gebieten zur Zeit Hilfe durch Nahrungslieferungen – bevor die Holzfäller anrückten, bedurften sie keiner solcher Hilfeleistung. Die malaysische Regierung muss anerkennen, dass dieses Land den Penan gehört und aufhören, dessen Zerstörung zu unterstützen."

Foto: Penan, bewaffnet mit Blasrohren, blockieren die Strasse während Holzfällertrucks von Shin Yang sich nähern. © Survival International

Hintergrund:
de.wikipedia.org/wiki/Sarawak
de.wikipedia.org/wiki/Penan
www.survival-international.de

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