roter_thun_150Frankfurt (epo.de). - Die Umweltstiftung WWF hält ein Handelsverbot für notwendig, um den Roten Thunfisch zu retten. Die Kommission zum Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT) habe bei ihrer jüngsten Sitzung in Recife (Brasilien) nicht die notwendigen Schutzmaßnahmen eingeleitet, kritisierte der WWF in Frankfurt. Das Ergebnis der Tagung sei "eine einzige Enttäuschung".

Nach Angaben des WWF wurde die Fangquote für das kommende Jahr für das Mittelmeer auf 13.500 Tonnen festgelegt - rund 6.000 Tonnen weniger als im aktuellen Fangjahr. Das sei aber noch immer viel zu viel, um den Bestand zu stützen. Der WWF sieht deswegen ein Handelsverbot als letzten Rettungsanker für den Roten Thunfisch. Darüber solle im März diskutiert werden.

"Das Ergebnis der Sitzung ist völlig inakzeptabel", sagte Karoline Schacht, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. "Die verabschiedete Fangmenge entspricht politischer Willkür und hält keiner wissenschaftlichen Prüfung stand. Wir halten deswegen ein totales Handelsverbot mehr denn je für unverzichtbar."

Eine am Rande des ICCAT-Treffens in Recife vorgelegte Studie war laut WWF zu dem Ergebnis gekommen, dass selbst eine Reduzierung der Fangquote auf nur noch 8.000 Tonnen lediglich eine fünfzigprozentige Chance beinhalte, das Überleben des Roten Thunfischs zu sichern.

Der WWF rief die Vertragsstaaten des internationalen Artenschutzabkommens CITES auf, sich für ein internationales Handelsverbot und strengere Fangquoten einzusetzen. Es werde erwartet, dass der Rote Thunfisch bei der nächsten CITES-Tagung im März 2010 in Doha in die entsprechende Kategorie der Handelsbeschränkungen (Anhang I) aufgenommen wird.

"Die Fangquoten müssen weit über das kommende Jahr hinaus reduziert werden, ansonsten ist der Rote Thunfisch nicht mehr zu retten", warnte Karoline Schacht. "Auf ICCAT ist kein Verlass mehr, diese Kommission schützt den Roten Thunfisch nicht, sondern riskiert sein Überleben."

www.wwf.de

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