itfLeipzig (epo.de). - Eine immer effizientere Nutzung der Verkehrsinfrastruktur weltweit ist notwendig, um künftig mit der steigenden Nachfrage nach Transportangeboten mithalten zu können. Denn Bevölkerungswachstum, zunehmende Verstädterung und steigende Einkommen werden den globalen Verkehr stark anwachsen lassen, prognostiziert die Studie "Transport Outlook 2010" des Weltverkehrsforums der OECD, die am Mittwoch in Leipzig veröffentlicht wurde.

In Leipzig tagt noch bis Freitag das International Transport Forum (ITF), das Minister und Entscheider aus den 52 Mitgliedsstaaten des Weltverkehrsforums zusammenbringt. Dieses Jahr steht das Forum unter dem Motto "Verkehr und Innovation – die Potenziale ausschöpfen".

Die ITF-Experten, die den Transport Outlook erarbeitet haben, gehen davon aus, dass die derzeitige Krise vergleichsweise stärkere Auswirkungen auf Handel und Verkehr haben wird als vorangegangene Rezessionen. Dies komme im ausserordentlich bedeutsamen Rückgang der Volumina und Preise im Transportsektor zum Ausdruck, insbesondere im Frachtbereich. Das Handelsvolumen fiel laut CPB World Trade Volume Index um 20 Prozent, die Frachtraten für Schüttgut fielen von 2007 auf 2008 dramatisch um den Faktor 8.

Besitz und Nutzung von Autos scheine in den entwickelten Ländern ein Plateau zu erreichen, heißt es im Transport Outlook. Die sei nicht notwendigerweise Ausdruck einer Sättigung des Marktes, sondern die Folge steigender Benzinpreise, wachsender Einkommensunsicherheit und des Wechsels zu schnelleren Verkehrsträgern wie Flugzeug oder Hochgeschwindigkeitszügen.

Der Luftverkehr ist der am schnellsten wachsende Bereich des Transportsektors. Die ITF-Ökonomen erwarten, dass sich der Luftverkehr, gemessen an der Zahl der Passagiere, bis 2050 gegenüber 2010 verdreifachen wird. Diese Prognose liegt deutlich unter den Prognosen der Luftfahrtindustrie selbst. Diese wird nach Ansicht der ITF-Ökonomen nur erreicht werden, wenn China und die anderen asiatischen Länder ihre Luftfahrtmärkte im Rahmen von "Open Skies"-Vereinbarungen liberalisieren.

Das Verkehrswachstum werde erhebliche Auswirkungen auf künftige CO2-Emissionen des Mobilitätssektors haben, so der Transport Outlook 2010. Um etwa den Ausstoβ an Klimagasen durch leichte Transportfahrzeuge zu stabilisieren, müssten deren Motoren ihren Treibstoff doppelt so effizient verbrennen wie bisher. Bis 2050 müssten Autos einen globalen Durchschnittausstoβ von nur noch 90 Gramm pro Kilometer erreichen.

Ein Nachfrage-Management im Verkehrssektor kann den ITF-Autoren zufolge helfen, Emissionen zu senken. Die Steuerung des Bedarfs sei ohnehin dringend notwendig, um andere Verkehrsprobleme wie Staus, Luftverschmutzung oder Lärm zu reduzieren. Nach Meinung der ITF-Experten muss die Optimierung beim Brennstoffverbrauch die Kernstrategie beim Abbau verkehrsbedingter CO2-Emissionen sein. Gleichzeitig müsse der Energiemix des Mobilitätssektors dringend verändert werden, um ein erneutes Ansteigen der Verkehrsemissionen nach 2050 zu vermeiden.

"Die Politik muss diesen langfristigen Prozess jezt auf den Weg bringen", erklärte Jack Short, Generalsekretär des International Transport Forum, anlässlich der Vorstellung der Transport Trends am Mittwoch in Leipzig. "Innovation ist der Schlüssel. Wir brauchen ihn in allen Bereichen: Um die bestmöglichen Ergebnisse aus etablierten Technologien zu bekommen und um neü Wege zu eröffnen, die Mobilität sauberer, sicherer, zugänglicher und effizienter machen."

www.internationaltransportforum.org

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