wfpDavos (epo.de). - Wetterversicherungen spielen eine nachhaltige Rolle beim Schutz von Bauern vor dem Bankrott nach Dürren oder Überschwemmungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) und des International Fund for Agricultural Development (IFAD), die am Donnerstag auf dem "Global Risk Forum" in Davos vorgestellt wurde.

Die Studie zeige, dass Wetterversicherungen, die vor der Aussaat ausgestellt werden, Bauern effektiver schützen als Nothilfe, die den Bauern nach einem Verlust ihrer Ernte durch schlechtes Wetter zukommt, so das WFP. "Jeden Tag sehen wir, wie Menschen, denen wir helfen, aufgrund von schlechtem Wetter hungern. Wetterversicherungen können teure Nothilfeoperationen oft unnötig machen, indem sie die Menschen auf die Katastrophe vorbereiten und nicht erst im Nachhinein reagiert wird", sagte Carlo Scaramella, WFP-Koordinator für Klimawandel. "Versicherungen helfen armen Haushalten auf dem Land nicht nur dabei, sich vor den Folgen von Wetterkatastrophen besser zu schützen, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten, etwa den Zugang zu Krediten für Investitionen in eine bessere Zukunft."

"Wetterversicherungen sind mehrfach effektiv, da sie Kleinbauern helfen, sich auf Risiken vorzubereiten und gleichzeitig Investitionen aus der Privatwirtschaft in den ländlichen Raum anregen – etwas, wovon sich IFAD weitere Hilfestellung für Bauern und ihre Gemeinden verspricht", erklärte Kevin Cleaver, IFAD Associate Vice-President Programmes.

Die Studie wurde vom IFAD-WFP Büro für Wetterrisikomanagement durchgeführt, mit Unterstützung der Bill & Melinda Gates Stiftung. Experten analysierten 37 Versicherungsprogramme rund um den Globus. Sie identifizierten zentrale Prinzipien, die es ermöglichen, dass Wetterversicherungen öfter angewendet werden, um Bauern vor Hunger durch Wetterkatastrophen zu schützen und Wege aufzeigen, wie Regierungen und andere Geber diesen Sektor unterstützen können.

Wetterversicherungen basieren dem WFP zufolge auf objektiven Parametern, etwa das Ausmaß des Regens an einem Ort während einer bestimmten Zeitperiode. Die vertraglich zugesicherten Erstattungen im Schadensfall stimmen so weit wie möglich mit dem Ernteverlust der Bauern überein. Alle Versicherungsnehmer in einem Gebiet erhalten ihre Auszahlungen auf Grundlage der gemessenen Regenfälle an der nächstgelegenen Wetterstation. So können aufwendige und kostenintensive Untersuchungen im Feld vermieden werden.

Der äthiopische Bohnenbauer Shuma Bejiga nahm an einem der untersuchten Versicherungsprogramme teil. Nach zwei aufeinander folgenden Jahren mit nur schwachen Regenfällen erhielt er 2009 Auszahlungen der Versicherung: "Wir hatten die Regenzeit im März und April erwartet, sie kam aber erst im Juni. Und was es noch schlimmer machte, der Regen hörte wieder auf als die Pflanzen anfingen zu blühen - sie hatten keine Chance zu wachsen", sagte Shuma, der mit den Erlösen seines Hofs seine Frau und zehn Kinder ernährt. "Diese Zahlung der Versicherung ist die erste, die ich bekommen habe, und sie ersetzt einen Großteil meiner Verluste. Ich bin wirklich froh über  dieses Geld, es wird uns zumindest über die nächsten Monate bringen."

Die Studie mit dem Titel "Potential for Scale and Sustainability in Weather Index Insurance for Agriculture and Rural Livelihoods” steht unter www.wfp.org/disaster-risk-reduction zum Download bereit.

www.wfp.org

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