fianKöln (epo.de). - Deutsche Finanzdienstleister beteiligen sich über Investmentfonds umfassend am globalen Ausverkauf von Ackerland. Diesen Vorwurf erhebt die Menschenrechts-Organisation FIAN in einer neuen Studie. Vor allem in den Jahren 2007 und 2008 sei in Deutschland eine Vielzahl von Fonds aufgelegt worden, die in den Agrarsektor investieren, teilte FIAN Deutschland in Köln mit. Deren Gesamtvolumen betrage aktuell über fünf Milliarden Euro.

Wenigstens 250 Millionen Euro seien dabei in Firmen geflossen, "die in großem Stil Land in Afrika, Asien oder Lateinamerika akquirieren", erklärte FIAN. Die Studie zeige, dass etwa 1,5 Millionen Hektar Land durch Firmen der Fonds in Afrika und Lateinamerika gekauft oder gepachtet worden sei. Zielländer seien unter anderen Hungerländer wie Äthiopien oder die Demokratische Republik Kongo.

Am 8. November berichtete das Politmagazin Report Mainz über die Rechercheergebnisse zur Rolle der Deutschen Bank. Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, die DWS Investment GmbH, sei über drei ihrer Fonds (DWS Global Agribusiness, DWS Invest Global Agribusiness LC, DWS World Agribusiness Mother Fund) mit insgesamt 10,9 Millionen Euro an dem thailändischen Zuckerkonzern Khon Kaen Sugar Industry beteiligt, so FIAN. Diese Firma sei laut einem Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2007 in die Vertreibung von 400 Familien in Sre Ambel, Kambodscha, involviert. Gemeinsam mit einem kambodschanischen Senator baue sie nun auf einer Fläche von 20.000 Hektar Zuckerrohr für den europäischen Markt an.

Menschenrechts-Organisationen hätten die brutale Vertreibung der Bauern umfassend dokumentiert, erklärte FIAN. Es habe daher hinreichend Informationen zu den Aktivitäten dieser Firma gegeben. "Die DWS ist über ihre Investitionen Miteigentümerin der Firma und damit mitverantwortlich für deren Handeln", sagte Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland. "Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank muss vorab und nachprüfbar sicher stellen, dass sie nicht in Firmen investiert, die Menschenrechtsverletzungen begehen. Da sie das anscheinend nicht kann, sollte sie sich aus Geschäftsfeldern zurückziehen, in denen das Risiko hoch ist, Menschenrechtsverletzungen mitzufinanzieren."

www.fian.de

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