public_eye_awards_150Zürich. - Ende Januar vergeben die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz in Sichtweite des World Economic Forum (WEF) wieder die Public Eye Awards für die schlimmsten unternehmerischen Missachtungen der Umwelt und Menschenrechte. Nominiert für die Schmähpreise sind diesmal sechs Grossfirmen, darunter Foxconn, Axpo, BP und Philipp Morris. Auf www.publiceye.ch startete jetzt die mit bissigen Werbeparodien animierte Abstimmung für den Publikumspreis 2011.

Im Rahmen der Preisverleihung am 28. Januar in Davos orientiert der EU-Parlamentarier Richard Howitt über aktuelle politische Initiativen für mehr Unternehmensverantwortung. Und Ex-WikiLeaker Daniel Domscheit-Berg stellt die neue konzernkritische Whistleblowing-Plattform OpenLeaks vor.

Die Online-Abstimmung über das "übelste Unternehmen des Jahres" läuft bis 27. Januar. Auf der diesjährigen Shortlist stehen die sechs skandalösesten Fälle, welche eine Fachjury aus über 30 Nominationen von Nichtregierungsorganisationen ausgewählt hat. Die taiwanesische Foxconn etwa produziert High-End-Elektronik für Apple, Dell, Nokia und andere Weltmarken. Aufgrund miserabler Arbeitsbedingungen und Entlöhnung in den gigantischen chinesischen Fabriken hätten sich 2010 mindestens 18 Arbeiter das Leben genommen, so die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz. Der Schweizer Stromversorger Axpo wiederum beziehe Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak und habe dies jahrelang verschleiert. Majak gilt als verstrahltester Ort der Welt mit überdurchschnittlichen Krebsraten und Fehlgeburten.

Zur Wahl steht auch der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti, weil er beim Goldabbau in Ghana seit Jahren Land und Leute vergifte und "Verdächtige" durch Sicherheitsleute foltern lasse, so die Veranstalter der Public Eye Awards. Die finnische Neste Oil verkaufe unter der irreführenden Bezeichnung "Green Diesel" europaweit Biosprit aus Palmöl, was in Südostasien immer mehr Landvertreibung und Regenwaldzerstörung zur Folge habe.

Fünfter Kandidat ist der US-Zigarettenproduzent Philip Morris mit Lausanner Hauptsitz wegen seiner Klage gegen Uruguays neues Raucherschutzgesetz. Aufgrund eines Schweizer Abkommens mit Uruguay werde so ein Exempel statuiert, das die Interessen der Tabakindustrie höher gewichte als die Gesundheitspolitik der Entwicklungsländer. Komplettiert wird das "Gruselkabinett unternehmerischer Skrupellosigkeiten" durch den britischen Energiemulti BP, dessen Öldesaster im Golf von Mexiko "elf Menschen das Leben kostete und längerfristig riesige Zonen des Ozeans abtöten wird", so die Public Eye-Veranstalter.

Statt in einer Verleihungszeremonie will das WEF-kritische Public Eye verantwortungsloses Konzernverhalten diesmal im Rahmen einer internationalen Medienkonferenz beleuchten. "Geehrt" werden dabei die Empfänger des Global Award (Jurypreis) und des People's Award (Publikumspreis). Zudem gibt Richard Howitt, britischer EU-Abgeordneter und CSR-Sondergesandter, einen Überblick über die neusten politischen Entwicklungen im Bereich der Corporate Social Responsibility (CSR) auf globaler und europäischer Ebene. Und Daniel Domscheit-Berg, der im September 2010 bei WikiLeaks ausgestiegen ist, präsentiert mit OpenLeaks die konsequente technische und politische Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee eines möglichst effizienten und transparenten Whistleblowing-Service.

www.publiceye.ch

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