nabuBerlin. - Die tansanische Regierung plant eine 53 Kilometer lange Schnellstraße mitten durch die Serengeti. Die Auswirkungen auf die Tierwanderungen und damit das Ökosystem des Nationalparks wären fatal, befürchten Umweltschützer. Die Lösung ist eine Umgehungsstraße, die bisher jedoch nicht finanzierbar war. Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) hat die Weltbank jetzt der tansanischen Regierung angeboten, mit ihr an der Finanzierung einer südlichen Umgehungsstraße zu arbeiten.

"Eine solche Ausweichlösung würde nicht nur die Serengeti verschonen, sondern auch mehr Menschen in dicht bewohnten Randgebieten der Serengeti an Handelsorte und Straßennetze anbinden", begrüßte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt die Planungen.  

Der ursprüngliche Verlauf der Serengeti-Schnellstraße hatte von Beginn an heftigen Widerstand bei Wissenschaftlern, Naturschutzorganisationen und der Öffentlichkeit hervorgerufen. Sie würde rund zwei Millionen Huftiere auf ihrer Suche nach Wasser und Nahrung von ihren lebensnotwendigen Trockenzeit-Weidegründen abschneiden. Die alternative Südroute jedoch sollte sowohl die sensiblen Gebiete des Nationalparks, als auch das Land der letzten 400 Hadza, einem ursprünglich lebenden Stamm, umgehen.

"Der regelmäßige Puls der Massenwanderung von Zebras und Gnus ist der Herzschlag der Serengeti", sagte die Artenschutzexpertin von NABU International, Barbara Maas. "Die geplante Straße hätte verheerende Folgen für die biologische Vielfalt der Serengeti, die von den Gnuwanderungen abhängt. Die Initiative der Weltbank ist eine Rettungsleine, bei der die Menschen und Tiere Tansanias gewinnen."

NABU International unterstützt ein Projekt zum Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren vor Wilderei in der Maasai Mara, dem nördlichen Ausläufer der Serengeti in Kenia. Außerdem ist der Verband Partner des Films "Serengeti", der ab dem 3. Februar in den Kinos läuft und dem Zuschauer mit atemberaubenden Aufnahmen das Wunder der Serengeti vor Augen führt.

www.nabu-international.de

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