fame_100Marseille. - Mehrere tausend Aktivistinnen und Aktivisten der globalen Wasserfriedensbewegung kommen von Mittwoch bis Samstag in Marseille zum vierten Alternativen Weltwasserforum FAME (Forum Alternatif Mondial de l'Eau) zusammen. In mehr als 130 Veranstaltungen werden sie sich über ihre Alternativen einer lokal verankerten, ökologisch und ökonomisch sinnvollen Wasserversorgung austauschen und ihre Ideen eines am Gemeinwohl orientieren Wassermanagements in öffentlicher Hand vorstellen.

Aquattac, das europäische Wassernetzwerk von Attac, beteiligt sich an mehreren Seminaren. Das FAME ist die Gegenveranstaltung zum so genannten Weltwasserforum (WWF), das seit Montag ebenfalls in Marseille tagt. Das WWF wird von den großen Wasserunternehmen - allen voran Suez und Veolia - organisiert. "Das WWF ist eine große Lobbyveranstaltung der Wasser- und Energiewirtschaft und dient vor allem als Kontaktbörse zwischen Regierungen und den globalen Wasserkonzernen", sagte Dorothea Härlin, aktiv bei Aquattac und dem Berliner Wassertisch. Das WWF hat ein Budget von knapp 30 Millionen Euro, mehr als die Hälfte ist öffentliches Geld.

Auch bei der traditionell vorab verfassten Abschlusserklärung des WWF seien Suez und Veolia federführend, erklärte Attac. So stehe bereits jetzt fest, dass die Abschlusserklärung von Marseille behaupten werde, die globalen Wasserprobleme seien nur durch eine Partnerschaft mit Privatunternehmen zu lösen. Dagegen wehrten sich rund um den Globus unter einander vernetzte Bürgerbewegungen mit dem Ziel, das Menschenrecht auf sauberes und bezahlbares Wasser für alle durchzusetzen.

"Als wir den Berliner Wassertisch gründeten, haben wir uns von Bolivien und Venezuela inspirieren lassen", sagte Dorothea Härlin. "Nachdem wir im vergangenen Jahr den Volksentscheid 'Unser Wasser' gewonnen hatten, kamen Glückwünsche von allen Kontinenten. Jeder Etappensieg, wo auch immer, ermutigt andere weiterzumachen."

Als ermutigend bewertete Attac auch, dass zum Forum der Konzerne weit weniger Teilnehmer kommen würden als geplant. Statt der erwarteten 25.000 habe es vergangene Woche nur 3.000 bezahlte Einschreibungen gegeben. Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe seine Teilnahme abgesagt. Christiane Hansen von Aquattac: "Das ist ein klares Signal dafür, dass das Ansehen des Forums stark beschädigt ist. Dieses sechste WWF könnte das letzte in Hand der Konzerne sein. Wir gehen davon aus, dass wir mit unserer Forderung, das Thema Wasser in die Hand der Vereinten Nationen zu geben, in Marseille einen großen Schritt vorankommen werden."

www.attac.de
www.fame2012.org

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