orang_utan_bos_100Borneo. - Pünktlich zum "Tag der Erde" am 22. April dürfen die Orang-Utans Mail, Lesan und Casey zurück in die Wildnis. Sie sind die dritte Gruppe in diesem Jahr, die Borneo Orangutan Survival (BOS) auswildert. Über 20 weitere Artgenossen werden ihnen in diesem Jahr noch folgen. Gleich am 1. Mai sind Hamzah, Abbie und Berlian an der Reihe. Keine leichte Aufgabe: Bevor einer der rothaarigen Menschenaffen in die Freiheit entlassen werden kann, muss er alle Fähigkeiten erlernen, um im Regenwald zu überleben. Dieser Prozess nimmt in der Regel mehrere Jahre in Anspruch.

Das Weibchen Casey beispielsweise kam vor vier Jahren zur BOS Foundation nach Samboja Lestari, einer von zwei BOS Rettungsstationen auf Borneo. Sie wog nur 16 Kilo und war schwer verletzt, als BOS sie damals befreite. Ihre Besitzer, die sie als Haustier hielten, ließen Casey mit elektrischen Kabeln spielen. Casey verbrannte sich und verlor drei Finger. Nur ihr Daumen und ihr kleiner Finger konnten gerettet werden. Ohne die liebevolle Zuwendung und das aufwändige Trainingsprogramm hätte Casey – wie so viele ihrer Artgenossen – nicht überlebt. Sie hat gelernt, mit ihrer Behinderung zu leben und bringt heute 30 Kilo auf die Waage.

Rund 600 Orang-Utans bereitet BOS derzeit in seinen Stationen auf ein Leben in der Freiheit vor. Jamartin Sihite, Leitender Direktor der BOS Foundation, betont jedoch: "Es reicht nicht, Orang-Utans nur aus Palmölplantagen oder aus Gefangenschaft zu retten: Wir müssen ihnen ihren Urwald wieder geben." Anna Voß, Geschäftsführerin von Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland, ergänzt: "Erfolgreiche Auswilderung ist abhängig von nachhaltigem Waldschutz. Die Orang-Utans verlieren ihren ursprünglichen Lebensraum, weil der Wald dem anhaltenden Kahlschlag zum Opfer fällt." Orang-Utans leben nur auf Sumatra und Borneo und sind stark gefährdet.

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Längst nicht alle Orang-Utans haben dieser Tage so viel Glück. Während die BOS Foundation auf Borneo 2012 ins "Jahr der Hoffnung" gestartet ist, sind die Orang-Utans auf Sumatra bedrohter denn je. Dort wurde ein eigentlich geschützter Regenwaldabschnitt von 1.600 Hektar dem materiellen Interesse des Palmölunternehmens PT Kallista Alam überlassen. Das Ergebnis: Um die Erde für ihre Zwecke nutzbar zu machen, wurden die riesigen Regenwaldgebiete gerodet und entwässert. Seit Wochen lodern nun schon die Flammen. Sie zerstören eines der letzten Rückzugsgebiete und die Lebensgrundlage der Sumatra-Orang-Utans.

Die indonesische Stiftung Borneo Orangutan Survival (BOS) kämpft seit über 20 Jahren für geschützte Waldgebiete und das Überleben der Orang-Utans. BOS Deutschland unterstützt die indonesische Foundation maßgeblich finanziell und beratend.

Fotos: Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland

www.bos-deutschland.de

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