Kinder in ?thiopien. Foto: epoEschborn (epo). - Die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) startet im Auftrag der niederländischen Regierung eine Kampagne zur massenhaften Verbreitung von verbesserten Kochherden in Afrika. 18 Millionen Euro stünden hierfür im Rahmen der mit 60 Millionen Euro ausgestatteten deutsch-niederländischen Entwicklungspartnerschaft "Energizing Development" zur Verfügung, teilte die GTZ in Eschborn mit. Um die Verbreitung zu fördern, arbeitet die Organisation mit lokalen Produzenten zusammen und schult sie in der Produktion raucharmer Herde sowie bei Verkauf und Marketing.

Mit dem Vorhaben soll nach Angaben der GTZ die Gesundheitssituation von rund zwei Millionen Menschen, hauptsächlich in ländlichen Regionen Afrikas, erheblich verbessert werden. Rauch in den Hütten ist ein lange unterschätztes Problem: Die Hälfte der Weltbevölkerung kocht heute noch mit Holz, Holzkohle oder Dung, in Teilen Afrikas sind es sogar bis zu 90 Prozent. Mahlzeiten werden an offenen Feuerstellen zubereitet, was zu einer erheblichen Rauchkonzentration in den Wohnräumen führt. WHO-Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen in Entwicklungsländern an den Folgen des "häuslichen Smogs". In der Rangliste der Gesundheitsrisiken in Entwicklungsländern steht die sogenannte "Indoor Air Pollution" an vierter Stelle, nach Unterernährung, Übertragung von Krankheiten durch Geschlechtsverkehr und verseuchtem Wasser.

Betroffen sind vor allem die ärmsten Menschen auf dem Land und in städtischen Elendsvierteln, unter ihnen hauptsächlich Frauen und Kinder, da Frauen traditionell fürs Kochen und das Beaufsichtigen des Nachwuchses verantwortlich sind. Die kleinen Lungen der Kinder seien für den Rauch besonders anfällig, so die GTZ: Drei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an akuten Atemwegserkrankungen, verursacht durch Feuer in geschlossenen Räumen. Auch Verbrennungen an offenen Flammen bedeuten gerade für Kinder ein erhebliches Gesundheitsrisiko.

Die GTZ hat in den vergangenen 20 Jahren weltweit umfangreiche Erfahrungen mit dem Einsatz verbesserter Herde gesammelt. Einfache Systeme aus Metall oder gebranntem Ton können das offene Feuer ersetzen. Durch einen saubereren Verbrennungsvorgang werden nicht nur die gesundheitsschädlichen Emissionen erheblich reduziert, sondern auch der Bedarf an Brennholz massiv gesenkt. Dies bringt weitere Vorteile mit sich: eine große Zeitersparnis für die Holz sammelnden Frauen und Mädchen sowie weniger orthopädische Probleme, die durch das Tragen des Brennstoffes über weite Strecken verursacht werden.

GTZ


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