cccBerlin. - In Bangladesch ist am Mittwoch in den frühen Morgenstunden das achtstöckige Gebäude Rana Plaza in sich zusammengestürzt. In dem Gebäude in Savar nahe der Hauptstadt Dhaka waren neben diversen Geschäften vier Textilfabriken untergebracht, die nach eigenen Angaben u.a. für Quelle, Mango, Benetton und Primark produzierten. Mindestens 360 Menschen sollen getötet worden sein.

Die ArbeiterInnen hatten vor dem Einsturz schon Risse in den Mauern beim Management gemeldet, wurden aber angewiesen, weiter in dem Gebäude zu arbeiten. "Es ist zutiefst schockierend, wie menschenverachtend mit dem Leben der Näherinnen und Näher umgegangen wird", sagte Michaela Königshofer von der österreichischen Clean Clothes Kampagne. Sie war schon mehrmals in Bangladesch, wo ihr von ArbeiterInnen immer wieder von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen, unter anderen dem Nichtbeachten von Rissen in Gebäuden, erzählt wurde.

"Welche Marken zum Zeitpunkt des Einsturzes in den Fabriken ihre Kleidung fertigen ließen, ist noch unklar, aber in den nächsten Tagen wird in den Trümmern nach Markenlabels gesucht", so Königshofer. Heute gehe es aber in erster Linie um die Rettung von Menschenleben. Hunderte Angehörige versammelten sich vor dem Gebäude, um Gewissheit zu erlangen.

Diese neuerliche Katastrophe zeigt nach Angaben der Kampagne, dass ArbeiterInnen tagtäglich ihr Leben riskieren, wenn sie zur Arbeit gehen. Die Clean Clothes Kampagne fordert deshalb gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften die nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

"Ein wichtiger Schritt wäre die Unterzeichnung des 'Bangladesh Fire and Building Safety Agreement', das die Unternehmen verpflichtet, Fabrikgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern", so Michaela Königshofer. Dieses Abbkommen sei bisher auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet worden.

www.cleanclothes.at

 


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