Entwicklungszusammenarbeit

Infrastlrukturprojekt in Kambodscha. Foto: epo ArchivBerlin (epo.de). - Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) soll durch eine stärkere Verknüpfung von finanzieller und technischer Hilfe effizienter werden. Dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) liegen in Form eines Gutachtens der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PWC) sieben Modelle für eine Fusion der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) vor. Ziel sei eine größere Effektivität und ein stärkeres Profil der deutschen EZ in den Partnerländern, erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Berlin. "Fusionsmodelle ersetzen kein Gesamtkonzept", kritisierte hingegen die grüne Bundestagsfraktion die Reformvorhaben.
WZBerlin (epo.de). - Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat grundsätzliche Kritik an der Anrechnung von Schuldenerlassen auf die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zurückgewiesen. Dieses Verfahren werde von der OECD verwendet und sei auf dem G8 Gipfel in Gleneagles "ausdrücklich beschlossen worden", erklärte die Ministerin am Montag in Berlin. "Schuldenerlasse helfen den Menschen in den Entwicklungsländern direkt, denn das Geld kann anstelle von Rückzahlungen nun zum Beispiel für Schulbildung oder die AIDS-Bekämpfung eingesetzt werden."

Real Aid IILondon (epo.de). - Von jedem Euro ötfentlicher Entwicklungshilfe dienen lediglich 53 Cent der Bekämpfung der Armut in Entwicklungsländern. Ein Viertel der Hilfe oder rund 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr sei gar "Phantomhilfe" und werde für oft nicht armutsorientierte technische Hilfe, für Berater und deren Dienstleistungen ausgegeben oder beruhe auf unseriösen Berechnungen. Zu diesem Schluss kommt die internationale Entwicklungsorganisation ActionAid in ihrem zweiten  "Real Aid"-Bericht, der jetzt in London veröffentlicht wurde.

Thilo HoppeBerlin (epo.de). - Der von der Bundesregierung für die Entwicklungszusammenarbeit vorgelegte Haushaltsentwurf 2007 weist nach Auffassung der Grünen in die richtige Richtung. Trotzdem werde nicht erkennbar, wie die Bundesregierung das 0,7 Prozent-Ziel erreichen will, erklärte der Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ), Thilo Hoppe. Dafür sei ein jährlicher Mittelzuwachs von einer Milliarde Euro für die gesamte öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) bis 2015 notwendig. "Mit Trippelschritten ist dies nicht zu erreichen."

BMZBerlin (epo.de). - Die deutsche Bundesregierung hat die Haushaltspläne für 2007 verabschiedet. Der Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) steigt demnach um 324 Mio. Euro oder 7,8% gegenüber 2006 auf insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Der Etat für Entwicklungszusammenarbeit (Einzelplan 23) steige wesentlich stärker als der Bundeshaushalt insgesamt (2,3%), erklärte das BMZ.

EEDBonn (epo). - Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat eine Stärkung der bilateralen Entwicklungshilfe durch die deutsche Bundesregierung gefordert. Bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2005 erklärte der EED-Vorstandsvorsitzende Konrad von Bonin, die multilaterale Unterstützung internationaler Organisationen sei zwar richtig. Die Bürokratie sei allerdings oft so groß, dass wertvolle Arbeitskraft verbraucht werde, die effektiver genutzt werden könnte.

BolivienLa Paz/Berlin (epo). - Die deutsche Bundesregierung will ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Bolivien auf Armutsbekämpfung und die Verfassungsreform konzentrieren. Dies vereinbarten beide Seiten bei Regierungsverhandlungen, die am Wochenende in Boliviens Hauptstadt La Paz abgeschlossen wurden. In Bolivien wird am 2. Juli eine verfassungsgebende Versammlung gewählt, die es der indigenen Bevölkerung erstmals ermöglichen soll, an der Entstehung einer Verfassung mitzuwirken.

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