suedwind 100Siegburg. - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) haben eine zunehmende Bedeutung in der Weltwirtschaft erlangt. Mit einer Fläche von mehr als 27 Prozent der weltweiten Landmasse und mehr als drei Milliarden Menschen werden die BRICS ihre Wirtschaftsleistung in den nächsten Jahren deutlich erhöhen können. Damit steige auch ihre Bedeutung als Akteur in der internationalen Politik, heißt es in einer am Donnerstag erschienenen SÜDWIND-Studie.

Die Untersuchung "BRICS als neue Akteure der Entwicklungspolitik" des SÜDWIND-Instituts geht davon aus, dass eine zukünftige Entwicklungsagenda von der Bereitschaft der BRICS abhängt, globale Verantwortung zu übernehmen. Die neuen internationalen Machtverhältnisse stellen die Instrumente der traditionellen Entwicklungszusammenarbeit von OECD-Ländern in Frage. Sie werden durch die Süd-Süd-Kooperation, d.h. die Zusammenarbeit zwischen Schwellen- und Entwicklungsländern, teilweise ersetzt.

Der Autor der Studie, Pedro Morazán, fordert eine Auseinandersetzung mit dieser neuen Form der Entwicklungszusammenarbeit. Welche Potenziale bietet die Zusammenarbeit für eine Verbesserung der Entwicklungszusammenarbeit weltweit? Und welche Bedeutung hat sie für eine neue entwicklungspolitische Agenda nach den Millenniumsentwicklungszielen, die 2015 auslaufen?

"Die Rolle der BRICS in den Debatten um eine Post-2015-Agenda ist keinesfalls eindeutig. Einerseits können von ihnen entscheidende Impulse für ambitionierte und klare Ziele kommen, aber andererseits können Blockaden von Seiten der BRICS besonders ins Gewicht fallen", so Morazán. "Die Impulse zu einer Transformation der gegenwärtigen Produktions- und Konsummuster müssen von den Industrie- und Schwellenländern gleichermaßen ausgehen."

Bislang, so Morazán, lagen die Positionen der OECD-Länder und der BRICS in entscheidenden Fragen der globalen Politik selten beieinander. Die fehlende Bereitschaft, Kompromisse auszuhandeln, habe sich insbesondere im Rio+20 Prozess und den Klimaverhandlungen offenbart. Von daher stelle sich die Frage, wie unter diesen Voraussetzungen eine universelle Post-2015-Agenda mit verbindlichen Zielen für alle UN-Mitglieder formuliert werden kann.

Die Studie, die von Engagement Global im Auftrag des BMZ und von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen finanziert wurde, kann über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden und steht ab sofort zum Download bereit.

Quelle: www.suedwind-institut.de

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