difaem 100Tübingen. - In Westafrika breitet sich Ebola immer weiter aus. Am Freitag rief die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Notstand aus. Die Zahl der vom Virus infizierten Menschen steigt stetig. Das  Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) in Tübingen organisiert nun Hilfslieferungen mit Schutzmaterial für die Krankenhäuser in den betroffenen Regionen und berät Mitarbeitende in den Einrichtungen, wie das Ansteckungsrisiko reduziert werden kann.

Mit der Entscheidung der WHO, einen internationalen Notstand auszurufen, besteht nun die Möglichkeit, weltweit Vorschriften zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs zu erlassen. Dazu zählen unter anderem Quarantäne-Maßnahmen wie die Schließung von Grenzen und Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. 

Seit über drei Monaten sind Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger in Sierra Leone, Liberia und Guinea dabei, Patienten mit Ebolaerkrankungen zu versorgen. Laut Difäm müssen jetzt die ersten Krankenhäuser schließen, weil die Beschäftigten Angst vor einer Ansteckung haben. "Das bedeutet, dass nun auch Kinder mit Malaria oder einer Pneumonie oder Schwangere, die zur Geburt kommen, unter Umständen nur sehr unzureichend versorgt werden können", sagte Difäm-Direktorin Gisela Schneider. Ein weiteres Problem in den armen Regionen ist, dass die Mittel zur Desinfektion im ganzen Land zur Neige gehen.

"Wir haben aus Liberia eine Liste mit dringend benötigtem Material erhalten", berichtet Schneider. "Wir versuchen nun dabei zu helfen, die Krankenhäuser so sicher zu machen, dass dort gearbeitet werden kann." Noch diese Woche schicke das Difäm eine Hilfssendung im Wert von 10.000 Euro mit Ganzkörper-Schutzkleidung, Handschuhen, Mundschutzmasken und Desinfektionsmitteln auf den Weg nach Liberia. Eine zweite, größere Lieferung ist bereits in Planung.

Zudem sollen medizinische Fachkräfte in der Diagnose und Symptomerkennung sowie im Umgang mit den Schutzmaßnahmen weitergebildet werden. Da sich die Symptome von Ebola mit denen der Malaria oder des Typhus ähneln, fällt die Diagnose, besonders im Frühstadium, schwer. Die Krankenhäuser würden nun nach klaren Regeln organisiert: Beispielsweise müssen sich nun alle Patienten selbst Fieber messen, bevor sie im Krankenhaus aufgenommen würden. Im Verdachtsfall müsse ein erfahrener Arzt oder klinischer Mitarbeiter konsultiert werden, der die Symptome einordnen kann, damit Verdachtsfälle isoliert werden könnten und nicht auf allgemeine Stationen gelangen. Dazu müssen die Krankenhäuser Isolierstationen einrichten, die Schutzanzüge, Gummihandschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung haben. "Für unsere Partner vor Ort ist es auch wichtig, dass sie in der Situation nicht alleingelassen werden und wissen, dass Sie Hilfe bekommen können".

Die Ebola-Epidemie hat drei sehr arme Länder getroffen, darunter zwei, deren Strukturen und Systeme durch jahrelangen Bürgerkrieg ohnehin geschwächt sind. Mit einer unzureichenden Gesundheitsinfrastruktur ist es besonders schwer eine derartige Epidemie zu bekämpfen. Neben Unterstützung für medizinisches Personal ist auch die Aufklärung der Bevölkerung wichtig. Eine besondere Herausforderung ist die Tatsache, dass viele Menschen kein Vertrauen in die Regierung und Ärzte haben und es sogar Gerüchte gibt, dass die internationale Hilfsgemeinschaft die Krankheit absichtlich verbreiteten würde.

US-Präsident Obama hatte am Donnerstag erklärt die, sich noch in der Testphase befindenden Ebola Medikamente aus den USA könnten nicht in Afrika genutzt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die ethischen Bedenken für die Nutzung experimenteller Medikamente in Notsituationen analysieren. Und es wird keine weitere Finanzierung eines US-Forschungsprojekts in Sierra Leone geben. Das Projekt erforschte eine andere dem Ebola Virus ähnliche Krankheit. Die Kürzungen haben auch Auswirkungen auf den Kampf gegen Ebola, da die Einrichtung die wichtigste Anlaufstelle für Ebola-Erkrankte in Sierra Leone ist. 

Quellen:difaem.de | who.int


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