jugend eine weltFreetown. - Sierra Leone ist aufgrund der Ebola-Epidemie im Ausnahmezustand. Zunehmend bricht die öffentliche Ordnung zusammen, die Preise für Lebensmittel werden immer höher. Das hat Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich am Dienstag abend aus der Hauptstadt Freetown berichtet. Das internationale Hilfswerk ist durch ihr Kinderschutzzentrum in Freetown in engem Kontakt mit Helfern vor Ort.

Die Regierung in Sierra Leone hatte Anfang August den nationalen Notstand ausgerufen. Wenig später rief die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Notstand aus, der Grenzschließungen und Quarantäne Maßnahmen möglich machte. Mitte August forderte das deutsche Außenministerium deutsche Staatsbürger zur Ausreise aus Westafrika auf.

"Wohlwollende Empfehlungen an die total überforderten Regierungen sind in der aktuellen Krisensituation nicht genug. Wir brauchen keine endlosen Debatten, sondern direkte und unmittelbare Materialhilfen an die Menschen - und das so schnell wie möglich!", so Lothar Wagner von der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Er forderte die internationale Gemeinschaft und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, sich stärker zu engagieren. "Wir brauchen ausgebildete Polizisten und Soldaten, die die Quarantäne-Maßnahmen zum Erfolg führen. Wir brauchen Seuchenexperten, mehr Ärzte und Pfleger sowie medizinische Geräte und Medikamente!" Wagner will bleiben: "Ich fühle mich berufen, dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Deshalb werde ich in Freetown bleiben und mithelfen, die Epidemie zu bekämpfen"

Unterstützt von Jugend Eine Welt Österreich leistet das Kinderschutzzentrum Don Bosco Fambul lebensrettende Aufklärungsarbeit, um eine weitere Ausbreitung der Ebola-Epidemie zu verhindern. Mitarbeiter gehen mit dem Megafon durch die Straßen der Hauptstadt und informieren über das Virus, auch Radiokampagnen wurden ausgeweitet. Auf Bitte der Regierung nimmt Don Bosco Fambul seit Kurzem zudem Kinder auf, die ihre Eltern durch die Ebola Erkrankung verloren haben oder von ihren Familien ausgestoßen wurden.

Ebola wird in weiten Teilen der Bevölkerung mit Hexerei in Verbindung gebracht, was dazu führt, dass zahlreiche geheilte Menschen und auch Kinder aus ihren Dörfern verstoßen werden. Die allgemeine Panik geht so weit, dass jede Erkrankung potenziell als Ebola verdächtigt wird. Wagner: "Es sterben zurzeit auch viele Menschen an heilbaren Krankheiten wie Malaria und Typhus, weil das medizinische Personal aus Angst vor Ebola zuhause bleibt oder die Menschen die Krankenhäuser meiden. Wir brauchen dringend Hilfe!"

Quelle: jugendeinewelt.at


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