arias canete miguelBerlin. - Der Spanier Miguel Arias Cañete, designierte EU-Kommissar für Energie und Klimaschutz, ist nach Dafürhalten der Deutschen Umweltstiftung die schlechteste Wahl. Er sei ein Lobbyist der Ölindustrie und habe mehrere Skandale hinter sich, erklärte der Vorsitzende der Stiftung, Jörg Sommer, am Sonntag in Berlin.

"Cañete ist seit seiner Zeit als spanischer Umweltminister bekannt und gefürchtet", sagte Sommer. "Unsere Freunde in der spanischen Umweltschutzbewegung verbindet eine lange Leidensgeschichte mit dem Lobbyisten der Erdölindustrie, der schon mehrere Skandale ausgelöst hat. So hat die große spanische Tageszeitung El Pais u.a. herausgefunden, dass Cañete seine Beteiligung an der Erdölfirma Mercantil Petrolifera Ducar verheimliche – einer Firma, die unter anderem von staatlich genehmigten Konzessionen lebt."

Ein EU-Kommissar für Energie und Klimaschutz sei mächtig, warnte die Deutsche Umweltstiftung. Er könne die Energiewende in Deutschland und anderen EU-Ländern fördern oder ausbremsen.

"Was haben wir von einem EU-Kommissar zu erwarten, der umfangreiche persönliche Verwicklungen mit dem Big Business dieses Sektors aufweist?", fragt Jörg Sommer. "Und vor allem: Wie soll man denn gegen den Klimawandel kämpfen und regenerative Energien fördern, wenn man selber Aktien an Ölfirmen hält?"

Die Deutsche Umweltstiftung rief alle EU-Parlamentarierer auf, gegen diese Personalie zu protestieren. Zwar müssten die einzelnen EU-Kommissare nicht vom Parlament bestätigt werden - aber die Kommission müsse insgesamt vom EU-Parlament gewählt werden. Es sei also durchaus möglich, dass aufgrund von Vorbehalten des Parlaments noch der eine oder andere Kommissar ersetzt werden muss. "Der Erdöllobbyist Miguel Arias Cañete ist ein solcher Kandidat", so Sommer.

Die Deutsche Umweltstiftung wurde 1982 u.a. von Erhard Eppler, Günter Grass, Professor Bernhard Grzimek und Horst Stern gegründet. Sie ist die größte deutsche Bürgerstiftung für den Umweltschutz.

Quelle: www.deutscheumweltstiftung.de


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