fianKöln. - Zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) hat FIAN Deutschland auf die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen durch Partnerschaften zwischen Entwicklungspolitik und Konzernen hingewiesen. Diese dienten vor allem den Interessen der Unternehmen und nicht den Bedürfnissen der Ärmsten, erklärte das Food First International Action Network am Mittwoch in Köln.

Laut der Menschenrechtsorganisation FIAN spielt die Bundesregierung mit Initiativen wie der "German Food Partnership" und der "Neuen Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika" vor allem Türöffner für Agrarkonzerne. Diese "Entwicklungspartnerschaften" setzten auf eine industrielle Landwirtschaft, bei deren Produktionsweise in Monokultur viele Agrargifte und Maschinen eingesetzt und Arbeitsplätze wegrationalisiert würden. Kleinbauern würden dadurch verdrängt. Nach Angaben von FIAN wird Unternehmen damit geholfen, die Kontrolle über natürlichen Ressourcen wie Saatgut und Land in Ländern des Globalen Südens auszubauen. "Kleinbäuerliche Gemeinden haben das Nachsehen", erläuterte FIAN-Referentin Gertrud Falk. "Diese Partnerschaften fördern die Expansion einflussreicher Agrar- und Ernährungskonzerne. Weitere Diskriminierung von KleinbäuerInnen, Landkonflikte und Umweltzerstörung sind die Folgen."

Kleinbauern würden beispielsweise durch die einseitige Förderung von Hybridsaatgut abhängig gemacht von Agrarkonzernen. Gleichzeitig werde die Verteilung von samenfesten Sorten, die immer wieder ausgesät werden können, gestoppt. "So werden kleinbäuerliche Lösungsansätze zur Überwindung von Hunger, wie Ernährungssouveränität und Agrarökologie, bekämpft – nicht der Hunger", kritisierte Falk. "Agrarkonzerne breiten sich unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe aus."

FIAN forderte die Bundesregierung dazu auf, aus solchen Allianzen auszusteigen. Stattdessen solle sie eine Entwicklungspolitik anstreben, die KleinproduzentInnen von Nahrungsmitteln, die 80 Prozent der Nahrung im globalen Süden anbauen, aktiv einbezieht. "Deren Strategien müssen der Kompass der deutschen Entwicklungspolitik sein", so Falk. "FIAN wird 2015 diese unsäglichen Allianzen im Rahmen seines Jahresthemas 'Food First! Menschen statt Konzerne' ganz besonders unter die Lupe nehmen."

Weitere Informationen sowie die Studie "Entwicklungspolitik goes Agrarindustrie" sind hier zu finden.

Quelle: fian.de


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