tdf-fgm-2008Berlin. - Anlässlich des Tages der Menschenrechte haben Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Watch Indonesia! am Mittwoch die Unterschriften der Petition "Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung" dem indonesischen Botschafter in Berlin übergeben.

 Seit dem Start der Aktion am 6. Februar unterstützten über 13.000 Menschen aus 73 Ländern mit ihrer Stimme ein Verbot von Genitalverstümmelung (FGM) in Indonesien. Die Unterschriften wurden zeitgleich von der indonesischen Partnerorganisation Kalyanamitra an die dortige Regierung übergeben.

 In Indonesien sind etwa 100 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten, etwa zwei Millionen Mädchen sind jedes Jahr gefährdet. Der indonesische Rat der Islamgelehrten erklärte diesen Eingriff sogar zur religiösen Pflicht. Laut Unicef leben weltweit mehr als 140 Millionen Betroffene. Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher werden nur Betroffene im Subsahararaum, Ägypten und Irak in den Statistiken erfasst.

Katharina Kunze von TERRE DES FEMMES: "Wir freuen uns, dass eine Vertreterin der Botschaft Indonesiens in Berlin die Unterschriften entgegennimmt und zum Gespräch bereit ist. Wir fordern die indonesische Regierung auf, internationale Verträge zum Schutz von Kinder- und Frauenrechten einzuhalten, diese in eigene Gesetze umzusetzen und Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung durchzuführen. Trotz Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention durch Indonesien werden Millionen Mädchen dort genitalverstümmelt – auch wenn der Botschafter Indonesiens Fauzi Bowo dies bezweifelt. Genitalverstümmelung wird keinesfalls nur bei traditionellen religiösen Minderheiten praktiziert, wie Herr Bowo meint."

Entgegen den Aussagen von Herrn Bowo gibt es aussagekräftige Studien und eine valide Datengrundlage über weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien. Studien von USAID und der University of Indonesia geben sogar an, dass regional bis zu 99 Prozent der Mädchen und Frauen betroffen sind. Die Regierung Indonesiens unternimmt bisher nicht alle notwendigen Schritte um bedrohte Mädchen zu schützen – im Gegenteil. Erst auf Grundlage von Informationen von TERRE DES FEMMES und Watch Indonesia! drängte der UN-Menschenrechtsrat Indonesien öffentlich zum Verbot von weiblicher Genitalverstümmelung. Zuvor wurde die Menschenrechtsverletzung vom indonesischen Gesundheitsministerium sogar empfohlen.

"Wir bedanken uns bei allen, die diese Kampagne durch ihre Unterschriften unterstützt haben. Wir haben festgestellt, dass weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien offensichtlich noch nicht als Menschenrechtsverletzung verstanden wird. Aus diesem Grund fordern wir die indonesische Regierung auf, ein Gesetz zum Verbot von weiblicher Genitalverstümmelung in aller Form zu verabschieden", so Basilisa Dengen, Geschäftsführerin von Watch Indonesia!.

Rena Herdiyani, stellvertrende Vorsitzende von Kalyanamitra, Indonesien sagte: "Ich freue mich, dass viele Leute aus der ganzen Welt, insbesondere Deutsche, die Petition gegen weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien unterzeichnet haben. Es zeigt die Solidarität mit Indonesiern, die gegen diese Menschenrechtsverletzung vorgehen. Durch die Unterschrift haben sich Menschen für eine bessere Zukunft indonesischer Mädchen und junger Frauen engagiert, die von der Praktik bedroht sind. Weibliche Genitalverstümmelung ist Gewalt gegen die Integrität des weiblichen Körpers, gegen die sexuellen und reproduktiven Rechte und gegen die Gesundheit."

© Terre des Femmes FGM Kampagnenlogo

Quelle: frauenrechte.de


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