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Foto: Kinderspeisung bfdw Ursula Dornberger

Berlin (epo.de). -  Wenn der Klimawandel nicht gebremst wird, ist eine drastische Verschärfung der weltweiten Ernährungskrise zu erwarten. Klimaschutz und die Unterstützung der besonders Betroffenen bei der Anpassung an die Folgen seien eine menschenrechtliche Verpflichtung, heißt es in einer in Berlin vorgestellten Studie des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt" und der Nord-Süd-Organisation Germanwatch. Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends wurde die Studie mit dem Titel "Klimawandel, Ernährungssicherheit und das Recht auf angemessene Ernährung" am Mittwoch den Vertretern aller Bundestagsfraktionen vorgestellt.

"Heftigere Stürme vernichten Ernten, mehr Dürren führen zu Wasserknappheit, und die Ärmsten leiden meist besonders. Auch Deutschland sollte hier seiner internationalen Verantwortung gerecht werden", sagte Sven Harmeling, Referent für Klima und Entwicklung bei Germanwatch und Mitautor der Studie. Der Großen Koalition biete sich bereits nächste Woche eine gute Möglichkeit, ein deutliches Signal an die UN-Klimakonferenz in Posen zu senden. Am 4. Dezember solle ein gemeinsamer Antrag zum Klimagipfel im Bundestag beschlossen werden. "Zudem müssen die Staats- und Regierungschefs der EU am 11./12. Dezember ein ambitioniertes Klima- und Energiepaket verabschieden, inklusive einer internationalen Klima-Zweckbindung der Emissionshandelserlöse", erklärte Harmeling.

Michael Windfuhr, Referatsleiter Menschenrechte bei "Brot für die Welt", verwies auf eine zentrale Neuigkeit der vorgestellten Studie. "Zum ersten Mal wird die Ernährungssicherheitsdebatte mit der Klimadebatte systematisch zusammengeführt. Der Klimawandel gefährdet zunehmend das Menschenrecht auf angemessene Ernährung", so Windfuhr. "Alle Regierungen stehen in der Pflicht, an der Abwendung eines gefährlichen Klimawandels mitzuwirken. Der globale Temperaturanstieg muss auf unter 2°C begrenzt werden."

Gleichzeitig, ergänzte Windfuhr, müssten die Regierungen der Entwicklungsländer bei der Entwicklung von Anpassungspolitiken den Bedürfnissen der besonders Verwundbaren höhere Aufmerksamkeit als bisher schenken. "Der menschenrechtliche Anpassungsansatz kann hier bei der Priorisierung von Maßnahmen helfen."

Beide Organisationen forderten die Bundestagsabgeordneten und die Bundesregierung auf, sich für ein starkes UN-Klimaabkommen einzusetzen, das eine ausreichende und verlässliche Finanzierung für die effektive Anpassung der Hauptbetroffenen garantiere. Die am Montag im polnischen Poznan (Posen) beginnende UN-Klimakonferenz sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem solchen Abkommen, das nächstes Jahr beim Klimagipfel in Kopenhagen (Dezember 2009) beschlossen werden soll. In Posen soll die neue Studie am 5. Dezember der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt werden.


Informationen zum Klimagipfel in Poznan



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