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Foto: World Toilet Day 08

Berlin (epo.de). - 50 Toiletten auf dem Washingtonplatz in Berlin erinnerten an die unzureichende sanitäre Versorgung von 38 Prozent der Weltbevölkerung: Mehrere deutsche Nichregierungsorganisationen nutzten den World Toilet Day am 19. November, um dem Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftiche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Erich Stather, ein Positionspapier des Forums Umwelt & Entwicklung zu übergeben. Dieses fordert die Bundsregierung auf, konkrete Maßnahmen "zur Verbreitung zukunftsfähiger Sanitärsysteme" zu starten. Gleichzeitig warben die Veranstalter um öffentliche Unterstützung für das Milleniumsentwicklungsziel der UN, den Anteil der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung von mehr als 2,5 Milliarden Menschen bis 2015 zu halbieren.

Die UN hat das Jahr 2008 offiziell zum "Internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung" erklärt. Der Welttoilettentag am 19. November wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation (WTO) ausgerufen. Das Forum Umwelt und Entwicklung wurde 1992 nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung gegründet und koordiniert die Aktivitäten deutscher NRO. Die deutschen Nichtregierungsorganisationen German Toilet Organization (GTO), der Solidaritätsdienst International (SODI), die Bremer Entwicklungsorganisation BORDA, das europäische Umwelt- und Frauen-Netzwerk WECF und die Grüne Liga trafen sich in diesem Jahr zur Aktion in Berlin.

Fehlende Toiletten hemmen Entwicklung

{mosimage}"Fehlende sanitäre Grundversorgung und schlechte hygienische Verhältnisse machen die Ärmsten der Armen krank und behindern die Freiheit gerade von Frauen und Mädchen. Dieses Problem wird immer noch unterschätzt, obwohl es eines der wichtigsten Hindernisse für soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist: Heute gehen in Entwicklungsländern alleine aufgrund vermeidbarer Krankheiten jährlich bis zu 1,2 Milliarden produktive Arbeitstage verloren. Wir brauchen mehr saubere Toiletten und ein Abwassermanagement, das Mensch und Umwelt schützt", erklärte Erich Stather.

Laut einem BMZ-Papier zum Thema bilden fehlende Toiletten und fehlendes oder ungenügendes Abwassermanagement den Nährboden für eine Vielzahl vermeidbarer Infektionskrankheiten. Alle 20 Sekunden stirbt demnach ein Kind an den Folgen einer Krankheit, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser oder mit Fäkalkeimen verunreinigte Nahrung verursacht wurde. 80 Prozent aller Durchfallkrankheiten in Entwicklungsländern werden durch schlechte hygienische Verhältnisse verursacht. Heute leben 2,5 Milliarden Menschen, darunter fast eine Milliarde Kinder, ohne grundlegende Sanitärversorgung.

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Auf dem Washingtonplatz wurden dieser alarmierenden Situation Toiletten-Konzepte entgegen gesetzt. Es existierten bereits die technischen Lösungen, um den Anteil der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung zu verringern, lautete die Botschaft der NGOs. Es gebe zahlreiche Erfahrungen, "welche sozialen und technischen Komponenten zuverlässige Lösungen bilden, die sich auch unter extremen Verhältnissen in Armutsregionen bewährt haben", so Stefan Reuter von BORDA. Nachhaltig und zukunftsfähig sind nach Ansicht der Veranstalter solche Sanitärkonzepte, die wasserwirtschaftliche, landwirtschaftliche und Energie-Aspekte berücksichtigen.  Gemeint sind damit moderne wasserlose oder wassersparende Toiletten, angepasst an die finanziellen, wie geographischen Gegebenheiten in den Entwicklungsländern.

Mehrere dieser Sanitärkonzepte sehen beispielsweise die Trennung der Fäkalien vor, durch die eine Toilette gleichzeitig zur Düngerproduktion genutzt werden könnte. Ein anderes Projekt ist das der Trockentoilette der Organisation SODI. Bei diesem Modell, das bereits in einer Stadt in Namibia eingeführt worden ist, werden mit Hilfe der Sonnenstrahlung die Fäkalien ausgetrocknet. Das heißt Bakterien werden abgetötet und Krankheiten können sich nicht ausbreiten.

 


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