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Wien. - Die Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" hat aufgedeckt, dass zu geringe Kakaopreise afrikanische Bauern zu einem Leben in Armut zwingen, während die Gewinne der Schokoladen-Unternehmen und des Schokoladen-Handels immer weiter wachsen. Das ist das Ergebnis des am Donnerstag erschienen "Cocoa Barometers".

2014 verputzten die ÖsterreicherInnen 21,2 Mio. Kilo Schokolade und gaben dafür 176 Mio. Euro aus. Ostern und Weihnachten sind für die Schokolade-Unternehmen und den Schokoladen- Handel die wichtigsten Gewinnbringer. Weltweit werden bereits über 90 Mrd. Euro mit Schokoladeprodukten umgesetzt. Und die Nachfrage nach Schokolade wächst, was vor allem auf die niedrigen Preise zurückzuführen ist. Die Verlierer sind die Kakaobauern, vor allem in Afrika, woher mehr als 70 Prozent des Kakaos stammen. Allein in Westafrika – allen voran in der Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun und Nigeria – leben mehr als zehn Millionen Menschen vom Kakaoanbau.

Die erschienene Studie "Cocoa Barometer“ des europäischen VOICE Netzwerkes macht deutlich, dass Kakaobauern weit unter der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar/Tag leben müssen. In Ghana, einem der Hauptanbauländer, beträgt das Tageseinkommen nur 0,84 USD/Tag und in der Elfenbeinküste sogar nur 0,50 USD/Tag.

Verantwortlich dafür ist die extreme Schieflage am Markt. Aufgrund der zunehmenden Marktkonzentration beherrschen wenige Konzerne den Handel mit Kakaobohnen. Bereits 87% der Wertschöpfung einer Tafel Milchschokolade landet daher in den Taschen von Kakaomühlen, Schokoladeunternehmen und Supermärkten, wohingegen nur 6,6% Ertrag auf Kakaobauern entfällt. Zum Vergleich: 1980 betrug ihr Anteil noch 16%.

"Die Macht der Konzerne ist für den enormen Preisdruck verantwortlich, der einen angemessenen Kakaopreis verhindert. Es ist bitter und menschenverachtend, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den Kakaobauern nichts als Armut und Elend bleiben. Menschenunwürdige Lebensbedingungen und der Einsatz von Kinderarbeit sind die traurige Folge", fasste Bernhard Zeilinger, Leiter von "Make Chocolate Fair!" in Österreich zusammen und fordert mit zehn europäischen NGOs und Gewerkschaften, u.a. der PRO-GE, eine fundamentale Reform des Sektors. „Das Angebot an fair gehandelten Schokolade-Produkten lässt noch viel zu wünschen übrig:  Nur jede 12. Schokolade im Einkaufsregal ist nachhaltig produziert, und nur jede 25. Schokolade fair gehandelt. Bei über 90% der angebotenen Schokolade werden von den Konzernen wissentlich Menschenrechtsverletzungen und die Armut der Kakaobauernfamilien in Kauf genommen um günstige Kakaobohnen zuzukaufen“, so Gerhard Riess von der PRO-GE und Mitglied des europäischen Gewerkschaftsnetzwerkes cocoanet.eu. Er fordert daher mehr Verantwortung von Seiten der Unternehmen ein.

In Österreich machen Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten, Dreikönigsaktion, Greenpeace und Jugend Eine Welt im Rahmen der europaweiten Kampagne "Make Chocolate Fair!" für faire Löhne und Lebensbedingungen der Kakaobauern mobil und rufen zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Petition unter at.makechocolatefair.org an die führenden Schokolade-Konzerne auf. Europaweit haben sich bereits 70.000 UnterstützerInnen diesen Forderungen angeschlossen.

=> Kakao-Barometer 2015

=> Studie: "Cocoa Barometer"

Quelle:  suedwind-agentur.at


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