bolivien meereszugang 200La Paz. - Boliviens Sonderbeauftragter für maritime Angelegenheiten und ehemaliger Präsident, Carlos Mesa, hat zum "Tag des Meeres" am 23. März zu einer Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Chile und Bolivien aufgerufen. Gespräche abseits des Prozesses in den Niederlanden seien notwendig, um die Differenzen beizulegen und der einzige Weg, den seit über 100 Jahren geforderten souveränen Zugang zum Meer zu erlangen, so Mesa.

Bolivien hatte 2013 unter dem amtierenden Präsidenten Evo Morales vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine Klage gegen Chile eingereicht, um so seine Forderungen durchzusetzen. Mesa betonte, dass mit der Klage in Den Haag das Problem jedoch nicht gelöst sei, sondern weiterhin existiere.

Währenddessen wies der chilenische Außenminister, Heraldo Muñoz, darauf hin, dass Chile immer gewillt gewesen sei, Boliviens nicht souveränen Meereszugang über die chilenischen Häfen zu verbessern. Er widersprach jedoch den Aussagen von Morales, wonach Chiles Präsidentin, Michelle Bachelet, in ihrer ersten Amtszeit 2006 – 2010 Bolivien einen souveränen Zugang zum Meer angeboten hätte. Am 4. Mai dieses Jahres muss Chile vor dem Gerichtshof in Den Haag seine Position in dem Konflikt darlegen.

Bolivien verlor im Pazifikkrieg 1879 – 1883 einen 400 Kilometer langen Küstenstreifen und ein Gebiet von rund 120.000 Quadratkilometern, das seitdem zu Chile gehört. Vor allem die bolivianische Wirtschaft sieht sich durch den fehlenden souveränen Meereszugang wichtiger Entwicklungschancen beraubt, da die Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Transportkosten und Gebühren ausländischer Häfen eingeschränkt ist.

Foto: ©telesurtv.net

(Dieser Artikel ist zuerst auf amerika21.de erschienen. Er wird im Rahmen einer Content-Partnerschaft auf epo.de publiziert.)


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