Berlin. - Am 24. April 2013 kamen beim Einsturz des Rana Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch weit über tausend Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben, hunderte wurden verletzt und werden zum Teil ihr Leben lang an den Folgen leiden. Zwei Jahre nach der Katastrophe fehlen noch immer 6 Mio. US-Dollar für die Entschädigung der Opfer.

"Wir fordern die, die bislang die Zahlungen verweigert haben, auf, sich  jetzt unverzüglich ihrer Verantwortung zu stellen und ihren Beitrag zu leisten. Es ist beschämend und ein Armutszeugnis für die beteiligten Unternehmen, dass der im Januar 2014 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und anderen eigens eingerichtete Entschädigungsfonds, aus dem heraus Opfer und Angehörige notwendige Hilfeleistungen erhalten sollten, noch immer nicht mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet worden ist", erklärten Bärbel Kofler und Sascha Raabe von der SPD.

"Der Einsturz der Rana Plaza Textilfabrik muss zum Wendepunkt werden. Wir brauchen auch in der globalisierten Wirtschaft Schutzrechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und verbindliche Regeln für Konzerne. Die Bundesregierung ist hier schon viel zu lange auf dem Holzweg – Freiwilligkeit für die Konzerne hat nichts gebracht. Auch Minister Müller musste bei der Gründung seines Textilbündnisses erkennen, dass Unternehmen nicht bereit sind, für mehr Moral auf Profit zu verzichten. Solange Umweltschutz und Arbeitsrechte als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen werden, halten Unternehmen an ihren Geschäftspraktiken fest", sagte Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher der GRÜNEN.

"Zahlreiche Markenfirmen haben viel zu niedrige Zahlungen an den Entschädigungsfonds geleistet oder verweigern diese überhaupt, wie die deutschen Unternehmen Adler Modemärkte und NKD", erklärte Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne.

Die Hilfsorganisation Oxfam kritiserte, dass zwar viele deutsche Unternehmen kurz nach der Katastrophe ein internationales Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit unterzeichnet haben, grundlegende Probleme wurden aber kaum angegangen. Das betrifft beispielsweise existenzsichernde Löhne und die Gewerkschaftsfreiheit in den Produktionsstätten in Bangladesch.

"Um die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken langfristig zu verbessern, brauchen wir gesetzliche Regelungen", forderte Oxfam Arbeitsrechte-Expertin Humbert. Die Bundesregierung erstellt gegenwärtig unter Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft  einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die entscheidende Aufgabe wird es dabei sein, Unternehmen gesetzlich zu verpflichten, für die Einhaltung der Menschenrechte auch in ihrer Lieferkette zu sorgen.  

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