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Köln. - Ab dem 1. Juni 2015 arbeitet die von medica mondiale 2006 in Liberia gegründete Frauenrechtsorganisation eigenständig unter dem Namen Medica Liberia. Wie alle von der Kölner Organisation aufgebauten Programme für Überlebende sexualisierter Gewalt geht nun auch das in Westafrika über in die Hände einheimischer Frauen. Ihre Vision: Eine gerechte und gewaltfreie Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen in Würde leben. Mitarbeiterinnen von medica mondiale stehen den liberianischen Kolleginnen auch in Zukunft beratend zur Seite.

"Wir sind stolz darauf, uns als eigenständige Organisation langfristig gegen Gewalt an Frauen und Mädchen einsetzen zu können und verstehen uns als Teil der liberianischen Frauenbewegung", erklärte Caroline Bowah Brown, Direktorin von Medica Liberia. "Wir möchten, dass die Rechte der Frauen nicht mehr länger nur auf dem Papier existieren, sondern auch in den kleinsten Dörfern im Regenwald Realität werden." Bereits Mitte 2014 wurde ein Verein gegründet und Medica Liberia als zivilgesellschaftliche Organisation registriert. Sieben liberianische Frauenrechts- und Friedensaktivistinnen unterstützen als Vorstand die junge Organisation. Aufgrund der Ebola-Krise wurde die offizielle Übergabe des Programms ins Jahr 2015 verschoben.

Aktuell engagiert sich Medica Liberia in der Nachbetreuung von Ebola-Überlebenden und deren Familien; außerdem unterstützen die Mitarbeiterinnen liberianische Gesundheitsfachkräfte dabei, die belastende Zeit zu verarbeiten. In Zukunft möchte Medica Liberia im Südosten des Landes ihre Präventionsarbeit an Schulen ausbauen. Liberia weist eine hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften auf. Um dem entgegenzuwirken, informieren Mitarbeiterinnen von Medica Liberia junge Mädchen über Verhütung und sexuelle Selbstbestimmung.

medica mondiale ist seit 2006 im Südosten Liberias aktiv. Ziel bleibt, Frauen und Mädchen bei der Verarbeitung von Gewalterfahrungen durch psychosoziale, juristische und gesundheitliche Beratung zu unterstützen und langfristig gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Zu diesem Zweck hat medica mondiale Solidargruppen in entlegenen Dorfgemeinden aufgebaut. Die dort tätigen Frauen informieren über sexualisierte Gewalt, beziehen Dorfälteste in Konfliktlösungen mit ein und tragen so zum gewaltfreien Miteinander bei.

Foto: © Sybille Fezer/medica mondiale - Gemeinsam gegen Gewalt: Auch nach dem Bürgerkrieg gehören sexuelle Übergriffe für viele Frauen in Liberia zum Alltag. Immer öfter erheben sie öffentlich ihre Stimme gegen die andauernde Gewalt.

Quelle: medicamondiale.org


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