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Kathmandu. - Vier internationale Hilfsorganisationen haben in einem am Samstag veröffentlichten Bericht vor ernsten Gefahren für die Gesundheit und den Schutz von Kindern in Nepal gewarnt. Drei Monate nach dem Erdbeben dort seien die Lebensumstände vieler Familien noch immer katastrophal, heißt es in dem Bericht von World Vision, Plan International, Save the Children und UNICEF.

Mitarbeiter der Organisationen haben für den Bericht "After the earthquake: Nepals children speak out" fast 2.000 nepalesische Kinder nach ihren Ängsten und Sorgen befragt. Besonders deutlich wurde dabei die Sorge vieler Kinder, dass sie durch die Monsunsaison in den nächsten Monaten krank werden. Tausende Familien leben noch immer in Zelten oder wackeligen Hütten, die Wind und Regen kaum Stand halten. Dadurch wächst die Gefahr, dass Kinder an Lungenentzündungen oder auch an Cholera erkranken.

"Unsere Unterkunft kann leicht von Stürmen zerstört werden. Wir sind bei starkem Wind gezwungen, die ganze Nacht die Planen zu halten, damit sie nicht weggeweht werden", sagte ein kleiner Junge aus der Region Nuwakot, einer der 14 am stärksten vom Erdbeben betroffenen Regionen, in denen Kinder befragt wurden.

Die Kinder sehnen sich nach Sicherheit. Vor allem Mädchen fühlen sich in Unterkünften zusammen mit Großfamilien und Nachbarn nicht sicher. Einige berichteten von sexuellen Übergriffen, andere befürchten eine Zunahme von Menschenhandel.

Viele Kinder wünschen sich außerdem dringend, bald wieder in ihre Schulen zurück kehren zu können und frisches Trinkwasser zu bekommen."Kinder haben traumatische Erlebnisse gehabt", sagte Admir Bajrami, Nothilfe-Manager von World Vision. "Sie benötigen dringend psychosoziale Unterstützung, um diese Erlebnisse verarbeiten zu können."

Kinder, die an der Befragung teilgenommen haben, lieferten viele praktische Ideen, wie man ihr Leben verbessern und ihre Gemeinden wieder aufbauen kann. Sie möchten neben erdbebensicheren Schulen auch eine bessere Vorbereitung auf kommende Katastrophen. Bis neue Gebäude errichtet werden, sollte in Zelten unterrichtet werden. Außerdem solle die Regierung zerstörtes Schulmaterial schnell ersetzen und die Gemeinden selbstständig den Schutz von Kindern organisieren. 

UNICEF-Vertreter Tomoo Hozumi erklärte: "Diese Vorschläge müssen nun in alle unsere landesweiten Programme eingebaut werden, um alle Gemeinden in Nepal auf drohende Katastrophen besser vorzubereiten."

World Vision hat im Rahmen seiner Nothilfe-Programme unter anderem 35 Kinderbetreuungszentren und 25 Notschulen eingerichtet. Außerdem wurden mehr als 132.000 Menschen mit Hilfsgütern erreicht und mehrere Wasserversorgungssysteme repariert. Zwei deutsche Mitarbeiter unterstützen zur  Zeit die Hilfe in Nepal.

Quelle: worldvision.de


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