Netz Bangladesch im Einsatz. Foto: Netz

Wetzlar. - Die Entwicklungsorganisation NETZ Bangladesch unterstützt Hilfe zur Selbstbestimmung in Bangladesch. Anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Jahresberichts zieht NETZ Bilanz: 150.000 Menschen müssten nicht mehr hungern und die Gewalt gegen Frauen habe in den Projektregionen abgenommen, berichtete Netz am Freitag in Wetzlar.

Das Engagement für Menschenrechte in Bangladesch zeigt offenbar Erfolge: "Die Fälle von Kinder-Ehen sind in unseren Projektgebieten um 15 Prozent zurückgegangen, die Gewalt gegen Frauen um 30 Prozent“, erklärte Peter Dietzel, Geschäftsführer der Entwicklungsorganisation NETZ Bangladesch e.V., bei der Veröffentlichung des aktuellen Jahresberichts. NETZ arbeitet vor Ort mit führenden Menschenrechtsorganisationen zusammen, insbesondere um Frauen zu schützen und ihre Rechte zu stärken.

Dietzel macht deutlich, dass die Arbeit des vergangenen Jahres zur Verbesserung der Situation vieler Frauen in Bangladesch geführt hat. Erst vor kurzem hatte eine internationale Studie Aufsehen erregt, laut der ein Drittel der Mädchen unter 15 Jahren im Land verheiratet werden. Dazu erklärt der NETZ-Geschäftsführer, der die Projekte regelmäßig besucht, warum die Arbeit in Bangladesch so wichtig ist: "Mädchen werden teilweise schon mit 13 Jahren verheiratet, es gibt viel zu viel häusliche Gewalt gegen Frauen und häufig erhalten Witwen aufgrund von Korruption ihre kleine Rente nicht". Insbesondere auf dem Land sei das verbreitet.

Um Betroffene zu schützen, hat NETZ gemeinsam mit lokalen Menschenrechtlern ein spezielles Programm entwickelt. Dieses schult 5.000 Aktivisten vor allem in den Dörfern. Sie schreiten ein, wenn ein minderjähriges Mädchen verheiratet werden soll oder wenn eine Frau geschlagen wird. Laut Bericht des Vereins wurden vergangenes Jahr 2.293 Fälle aufgegriffen, damit benachteiligte Menschen die Rechte erhalten, die ihnen zustehen.

Darüber hinaus unterstützt NETZ durch das Projekt "Ein Leben lang genug Reis" 50.000 Familien im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Mit spendenfinanzierten Starthilfen bauen sich die Menschen Existenzen auf: Sie ziehen Vieh groß, verkaufen es, züchten Gemüse und schaffen so selbstständig den Weg aus der Armut. Bereits 150.000 Menschen haben durch das Projekt nun dauerhaft drei Mahlzeiten am Tag zu essen, so Netz Bangladesch. Alleine im vergangenen Jahr konnte die Organisation 4.770 neue Familien in das Entwicklungsprogramm aufnehmen. Für Dietzel ist das ein Grund zur Freude: "Armut ist von uns Menschen gemacht und kann von uns Menschen beseitigt werden. Wir sehen, dass es geht."

Insgesamt 3,2 Millionen Euro hat NETZ im vergangenen Jahr für die Arbeit in Bangladesch eingesetzt. Der Verein fördert außerdem die Grundschulbildung von 35.000 Kindern in Bangladesch. Tausende Unterstützer bundesweit ermöglichen diese Arbeit. Die Bangladesch-Organisation ist seit 25 Jahren tätig und wurde 2015 mit dem Prüfsiegel des Deutschen Zentralinstituts erneut für soziale Fragen DZI für einen sorgsamen Umgang mit Spenden ausgezeichnet.

Der Jahresbericht von NETZ Bangladesch kann in der Geschäftsstelle in Wetzlar bestellt (Tel.: 06641-97463-0) oder im Internet unter www.bangladesch.org aufgerufen werden.

Quelle: www.bangladesch.org


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