oikocredit 150Frankfurt. - Die Ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit ist ein Pionier des ethischen Investments und einer der weltweit führenden Finanzierer nachhaltiger Entwicklung. Am Mittwoch (4. November) feiert die Genossenschaft ihr 40-jähriges Bestehen. Pünktlich zum Jubiläum übertrafen die Investitionen von Anlegerinnen und Anlegern aus Deutschland erstmals die Marke von 400 Millionen Euro.

Die Gründung am 4. November 1975 fiel in eine turbulente Zeit: Unter dem Eindruck von Vietnamkrieg, Ölkrise und Apartheid verlangten politisch engagierte Kirchenmitglieder nach ethischen Anlagemöglichkeiten für Kirchengelder. Eine Arbeitsgruppe des Weltkirchenrates empfahl daraufhin die Gründung einer alternativen kirchlichen Entwicklungsbank. Wohlhabendere Kirchen sollten Teile ihrer Rücklagen in eine Genossenschaft investieren, die Darlehen in Entwicklungsländern vergibt.

Im Jahr 1978 zahlte die Genossenschaft Oikocredit ihre ersten beiden Kredite aus. Mit einem davon – umgerechnet 200.000 US-Dollar – finanzierte sie im indischen Tamil Nadu den Bau von Wohnungen für die einkommensschwächsten Beschäftigten eines Krankenhauses. Seither hat Oikocredit nach eigenen Angaben 1.670 Partnerorganisationen mit Finanzierungen von insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro unterstützt. Ein Schwerpunkt ist der Mikrofinanzbereich: Kleine Kredite, Sparmöglichkeiten und andere Finanzdienstleistungen sollen benachteiligten Menschen einen Weg zu besseren Lebensbedingungen eröffnen.

Die Partnerorganisationen in mittlerweile über 60 Ländern Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und Osteuropas nutzen die Darlehen, um Entwicklung zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen oder die Produktion von Gütern für den Fairen Handel auszuweiten.

"Wir blicken dankbar und auch etwas stolz auf die vergangenen vier Jahrzehnte", sagt Matthias Lehnert, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland. "Gleichzeitig stellen wir uns neuen Herausforderungen. So will Oikocredit im nächsten Jahr weltweit 50 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren, um einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten."

Bei ihren ambitionierten Vorhaben erhält die Genossenschaft große Unterstützung aus Deutschland. Gemeinsam haben die mehr als 23.000 deutschen Oikocredit-Anleger pünktlich zum 40. Geburtstag erstmals über 400 Millionen Euro über regionale Oikocredit-Förderkreise investiert.

Die Entwicklungsgenossenschaft mit Hauptsitz im niederländischen Amersfoort hat 792 Partner in 63 Entwicklungs- und Schwellenländern und weltweit 53.000 Anlegerinnen und Anleger. Die Dividende für das Jahr 2014 lag bei zwei Prozent.

Quelle: www.oikocredit.de 


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