rog logo neuBerlin. - Anlässlich des Jahrestages der Auspeitschung von Raif Badawi wollen Reporter ohne Grenzen (ROG) und Amnesty International mit einer Mahnwache am Freitag vor der Botschaft des Königreichs Saudi Arabien in Berlin an das Schicksal des inhaftierten saudischen Bloggers erinnern. Badawi war wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft und tausend Stockschlägen verurteilt worden.

Badawi erhielt am 9. Januar 2015 in aller Öffentlichkeit die ersten 50 von insgesamt 1.000 Stockschlägen. Seitdem wurden die Schläge nicht weiter vollstreckt. Doch mittlerweile habe das höchste saudi-arabische Gericht das drakonische Urteil gegen Raif Badawi bestätigt, berichtete ROG. Anfang Dezember 2015 sei er in ein entlegenes Gefängnis verlegt worden. Deshalb könne die grausame Bestrafung jederzeit fortgesetzt werden.

Raif Badawi war am 7. Mai 2014 wegen der Gründung einer Webseite und "Beleidigung des Islams" verurteilt worden. Mit zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe von über 226.000 Euro und einem 10-jährigen Reise- und Medienverbot wäre das Leben des 31-Jährigen zerstört, so ROG. Seine Frau lebe nach einer Flucht mit den drei kleinen Kindern in Kanada.

"Diese brutale Bestrafung eines jungen Mannes, der lediglich sein Recht auf Meinungsfreiheit wahrgenommen hat, ist nicht hinnehmbar", erklärte Reporter ohne Grenzen. "Saudi-Arabien verstößt mit dieser Strafe gegen das völkerrechtliche Verbot von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Regierungskritiker und friedliche Reformer leben in Saudi-Arabien gefährlich und zahlen oft einen hohen Preis für ihr mutiges Einstehen für Freiheit und Menschenrechte. Seit Jahren erstickt die Regierung jegliche Kritik Andersdenkender."

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen bestätigte im Februar 2015 ein Berufungsgericht das Urteil gegen den Anwalt Waleed Abu al-Khair, Raif Badawis Rechtsbeistand und Schwager. Er muss für 15 Jahre ins Gefängnis, weil er im Jahr 2008 die Menschenrechtsorganisation "Monitor of Human Rights in Saudi Arabia" gründete, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentierten. Zudem verteidigte er zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten vor Gericht und kritisierte in sozialen Medien und Interviews die saudischen Behörden. Wie viele andere Gefangene sei auch Waleed Abu al-Khair in der Haft gefoltert und misshandelt worden, so ROG.

Die Mahnwache findet am Freitag, 8. Januar 2016, um 13.00 Uhr vor der Botschaft des Königreichs Saudi Arabien (Tiergartenstraße 33) in Berlin statt. Es sprechen u.a. ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske und Amnesty-Nahostexpertin Ruth Jüttner.

Quellen: www.reporter-ohne-grenzen.de | www.amnesty.de 


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