lepra dahw 2016

Würzburg. - Rund vier Millionen Menschen leiden derzeit an den Folgen einer Lepra-Erkrankung, jedes Jahr erkranken mehr als 220.000 Menschen neu an Lepra. Diese erschreckenden Zahlen haben sich trotz großer Anstrengungen seit fünf Jahren kaum verändert. Daher hat die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe anlässlich des Welt-Lepra-Tages (31. Januar) zur Unterstützung ihrer Arbeit aufgerufen.

Nach der offiziellen Statistik der Weltgesundheits-Organisation WHO haben genau 213.899 Menschen im Jahr 2014 die Diagnose Lepra bekommen. Allerdings haben einige Länder keine oder falsche Zahlen geliefert. Auch werde in vielen Regionen die Lepra-Kontrollarbeit erschwert oder gänzlich verhindert, um so kurzfristig die Statistiken zu schönen. So ist beispielsweise in den beiden Ländern mit den meisten Neuerkrankungen (Indien 125.785, Brasilien 31.064) die aktive Suche nach neu erkrankten Menschen untersagt. Dadurch gibt es eine sehr hohe und kaum zu schätzende Zahl von erkrankten Menschen, die keinen Zugang zu Diagnose und Therapie haben und auch in keiner Statistik erscheinen, berichtet DAHW.

Weltweit ist jeder elfte Patient (8,8%) ein Kind unter 14 Jahren, jeder 15. hat bereits bei der ersten Diagnose deutlich sichtbare Behinderungen. In einigen Ländern liegen diese Werte weitaus höher: In Liberia (13,8%), Senegal (13,7%), Jemen (13,3%) und Äthiopien (12,8%) erkranken die meisten Kinder, während es in Uganda (28%), Südsudan (22,4%), Pakistan (18%), Sudan (17,3%) und Tansania (17%) die meisten Patienten mit deutlich sichtbaren Behinderung bei der Diagnose gibt.

Eine hohe Zahl von Kindern unter Patienten ist ein Anzeichen, dass die Übertragung der Lepra ungehindert fortschreitet, der hohe Anteil von Behinderungen bei der Diagnose lässt laut DAHW auf große Lücken bei der Kontrolle schließen. Die Gründe dafür sind in zu schwachen Gesundheitssystemen ebenso zu finden wie in den Auswirkungen bewaffneter Konflikte oder durch Korruption hervorgerufener Probleme.

Obwohl die WHO Lepra seit einigen Jahren in fast allen Ländern als "eliminiert" betrachtet, ist die Krankheit in den betroffenen Regionen weiterhin ein großes Problem. Besonders der soziale Aspekt durch die Ausgrenzung von erkrankten oder an den Folgen einer früheren Erkrankung leidenden Menschen rückt immer mehr in den Fokus der Lepra-Arbeit.

Den rund vier Millionen Menschen, die mit lepratypischen Behinderungen leben, ist eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben oftmals verwehrt. DAHW zufolge bekommt kaum jemand von ihnen einen Arbeitsplatz, Nachbarn oder die eigene Familie grenzen sie aus. Vielfach werden Kinder der Schule verwiesen, wenn dort bekannt wurde, dass ein Mitglied der Familie mal an Lepra erkrankt war.

Zum Welt-Lepratag am 31. Januar 2016 ruft die DAHW daher auf, diese wichtige Arbeit zu unterstützen. Lepra ist, wie auch die anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs: neglegted tropical diseases) oder Tuberkulose, eine Krankheit der Armut. Sie trifft häufig die Schwächsten in ohnehin armen Regionen.

Für diese Menschen arbeitet die DAHW in 20 Ländern und unterstützt dort in diesem Jahr 165 Projekte mit insgesamt 11,6 Millionen Euro.

Foto: Patientinnen warten vor dem Hospital auf ihre Behandlung ©Sabine Ludwig / DAHW

Quelle: dahw.de


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