Berlin. - China ist das Land mit der weltweit mit Abstand größten Schuhproduktion. In Deutschland kommt mehr als jedes zweite Paar Schuhe aus dem asiatischen Land. Südwind und INKOTA haben die dortigen Arbeitsbedingungen analysiert und Beschäftigte in der Provinz Guangdong befragt. Die am Montag veröffentlichte Studie zeichnet ein erschreckendes Bild der Arbeitswelt in der Schuhproduktion.

"Die befragten Beschäftigten der Zulieferfabriken europäischer Marken wie z.B. Adidas, Clarks und ECCO berichten von zu niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden, mangelndem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, dem Einsatz von staatlicher Gewalt, um Streiks zu unterdrücken, nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und zu geringen Abfindungszahlungen bei Entlassungen", erläuterte Anton Pieper/SÜDWIND, einer der Autoren der Studie.

ARBEITSRECHTSVERLETZUNGEN IN DER CHINESISCHEN LEDER-UND SCHUHINDUSTRIE SIND EIN HÄUFIGES PROBLEM

"Dabei verfügt China, gerade im Vergleich zu anderen wichtigen Produktionsländern, über eine fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung, die ArbeiterInnen auf dem Papier viel Schutz gewährt, auch wenn grundlegende Rechte wie Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit nach wie vor kaum Berücksichtigung finden", so Pieper weiter. "Zudem haben heutzutage die meisten großen Schuhunternehmen Verhaltenskodizes, die dazu beitragen sollen, Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben einzudämmen."

In der Vergangenheit wurden die enormen Wachstumszahlen der Branche unter Missachtung international anerkannter Standards wie bspw. den ILO-Kernarbeitsnormen erreicht. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, formuliert international geltende Arbeits- und Sozialstandards, die dafür sorgen sollen, dass Arbeitsbedingungen weltweit menschenwürdig sind. China hat viele dieser ILO-Übereinkommen nicht ratifiziert - die Unterdrückung der ArbeiterInnenschaft besteht weiterhin, Arbeitskämpfe werden nach wie vor häufig gewaltsam beendet.

=> Studie: So wird ein Schuh draus. Arbeitsbedingungen in Chinas Schuhindustrie

Quelle: suedwind-institut.de


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