bfdwBerlin. - Brot für die Welt hat im vergangenen Jahr 57,5 Millionen Euro an Spenden und Kollekten erhalten. Damit liegt das Ergebnis um 1,8 Millionen Euro über dem des Vorjahres (55,7 Mio.). Insgesamt standen dem evangelischen Hilfswerk 2015 mehr als 255 Millionen Euro für die Arbeit zur Überwindung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zur Verfügung.

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, sagte bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin: "Das Jahresergebnis zeigt das große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender sowie Kirchen, Gemeinden und politische Entscheidungsträger Brot für die Welt entgegenbringen. Es zeigt auch die gewachsene Sensibilität für die Notwendigkeit langfristiger Ursachenbekämpfung von Armut und Gewalt: Gerechtigkeit, Konfliktprävention und Entwicklung helfen gegen Katastrophen und erzwungene Migration. Ich danke allen herzlich für ihre Unterstützung. Wir können damit Menschen in mehr als 90 Ländern helfen."

Mit Sorge sieht Brot für die Welt, dass Gewalt und bewaffnete Konflikte bestehende Armut verschärfen und bereits erreichte Fortschritte gefährden. 65 Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Die allermeisten finden in Entwicklungsländern Zuflucht. Füllkrug-Weitzel sagte dazu: "Eine unserer zentralen Aufgaben des nächsten Jahrzehnts wird daher die Unterstützung für Binnenvertriebene sein und für Flüchtlinge, die in ihren Nachbarländern Schutz suchen." Genügend Jobs, Gesundheitsversorgung und Bildung gibt es jedoch oft noch nicht einmal für die einheimische Bevölkerung. "Deshalb werden unsere Partner auch ihre Unterstützung für die gastgebende Bevölkerung verstärken", so Füllkrug-Weitzel.

Sie erinnerte daran, dass die Industrieländer mitverantwortlich sind für Hunger, Armut und Gewalt und damit letztlich auch für Flucht zum Beispiel durch Waffenexporte in Krisengebiete oder durch aggressive Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen auf Kosten von Menschenrechten in Billiglohnländern. "Deshalb müssen wir hier die richtigen Weichen stellen. Ein wichtiger Schritt wäre ein Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte, der Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche Sorgfalt entlang der gesamten Wertschöpfungskette auch im Ausland zu übernehmen. Ein anderer Schritt, Entwicklungshilfe nur für eine nachhaltige und menschenrechtsbasierte Entwicklung einzusetzen und nicht für Flüchtlingsabwehr an Grenzen."

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2015 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (52,5 Mio.) und Beiträge Dritter (129,8 Mio.), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 255,4 Millionen Euro (2014: 254,8 Mio.) zur Verfügung. Davon flossen 94,3 Prozent in die Projektarbeit. Die Ausgaben für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung lagen bei 5,7 Prozent. Brot für die Welt liegt damit in der besten Kategorie („niedrig“) des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI). Es vergibt das DZI-Spendensiegel.

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

 Quelle: brot-fuer-die-welt.de


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