unesco deHamburg. - 758 Millionen Erwachsene weltweit sind Analphabeten, zwei Drittel davon Frauen. Darauf hat die UNESCO anlässlich des Welttags der Alphabetisierung (8. September) unter dem Motto "Reading the Past, Writing the Future“ aufmerksam gemacht. Mit dem dritten UNESCO-Weltbericht zur Erwachsenenbildung (GRALE III) fordert sie die internationale Gemeinschaft auf, mehr in lebenslanges Lernen zu investieren. Gemeinsam mit Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen gründet sie am 8. September die Globale Allianz für Alphabetisierung, um Menschen weltweit gemäß dem Bildungsziel (SDG 4) der Globalen Nachhaltigkeitsagenda bis zum Jahr 2030 Lese- und Schreibkompetenzen zu vermitteln.

"Nur wenn Menschen lesen und schreiben können, sind sie in der Lage sich selbständig zu informieren. Lese- und Schreibkompetenzen sind notwendig, damit sich Menschen aus der Armut befreien können und ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Sicherheit möglich ist. Auch in Deutschland gibt es rund 7,5 Millionen so genannte funktionale Analphabeten, die lediglich einzelne Sätze lesen oder schreiben können. 2,3 Millionen davon gelten als vollständige Analphabeten. Alltägliche Texte wie die Geburtstagseinladung, der Arbeitsvertrag oder der Arztbrief sind für sie eine Herausforderung. Das müssen wir ändern," sagte Minister a.D. Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Vorsitzender des Governing Board des UNESCO-Instituts für Lebenslanges Lernen.

Die Alphabetisierungsrate von Erwachsenen weltweit ist seit dem Jahr 2000 von 82 auf 86 Prozent gestiegen. Die Rate von erwachsenen Frauen erhöhte sich in demselben Zeitraum von 77 auf 83 Prozent. Auch die Zahl der Jugendlichen mit Lese- und Schreibkompetenzen ist in den letzten 15 Jahren dank besserem Schulzugang und Schulpflicht kontinuierlich gewachsen. Heute beträgt die Alphabetisierungsrate von Jugendlichen 91 Prozent weltweit. Gleichwohl können viele Jugendliche in Subsahara-Afrika (Alphabetisierungsrate: 71 Prozent) und Südasien (Alphabetisierungsrate: 84 Prozent) noch immer nicht lesen und schreiben. Auch die Alphabetisierungsrate von jungen Frauen in Subsahara-Afrika von lediglich 66 Prozent zeigt eine extreme Benachteiligung.

Trotz erheblicher Fortschritte bei der Reduzierung der Analphabetenrate weltweit, verläuft die Entwicklung zu langsam, um das von der Weltgemeinschaft im Rahmen der Globalen Nachhaltigkeitsagenda festgelegte Bildungsziel bis 2030 erreichen zu können.

UNESCO-Alphabetisierungspreise für Projekte in Indien, Senegal, Südafrika, Thailand und Vietnam

Anlässlich des Welttages vergibt die UNESCO jährlich Preise an innovative Alphabetisierungsprojekte. Die Preise sind mit insgesamt 100.000 US-Dollar dotiert. In diesem Jahr werden fünf Projekte aus Indien, Senegal, Südafrika, Thailand und Vietnam ausgezeichnet.

Quelle: unesco.de


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